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© Grafik: Stadt Dormagen, © Foto: Friedhelm Holleczek


Schmutz im Trinkwasser?

Dormagen, 1. Juli 2016 – Und wieder hat die Ge­schäfts­füh­rung der Kreiswerke Gre­ven­broich GmbH sich nicht ge­traut, unerwünschte, kritische Fragen von Journalisten zu be­ant­wor­ten. Zum wie­der­hol­ten Male fiel eine ent­spre­chen­de Bilanz-Pres­se­kon­fe­renz aus. Sonst nutzt man doch jede Gelegenheit, sein strahlendes Gesicht in eine Kamera zu halten, und sei das Ereignis noch so unwichtig.
Der Geschäftsführer Stefan Stelten (Jahresgehalt 2015 gemäß Geschäftsbericht: 153.870,33 Euro ein­schließlich Sachleistungen z.B. Dienstwagen) er­laubte sich sogar in anderem Zusammenhang, einen Ein­zel­nen aus dem Berufsstand als „Schmierfinken“ zu be­zeich­nen. Stattdessen legten die Kreiswerke Gre­ven­broich eine zwar umfangreiche, aber nur die Sicht­wei­se von Geschäftsführung und Aufsichtsrat be­schö­ni­gende Darstellung des Geschäftsverlaufs 2015 in schriftlicher Form vor. Das entspricht wohl dem ei­gen­en Selbstverständnis des Mo­no­pol­an­bie­ters für Trinkwasser für etwa die Hälfte der Be­woh­ner des Rhein-Kreises Neuss, dem auch keiner der 26.998 Dor­ma­gener „Anschlusspflichtigen“ entgehen kann.
Immerhin, so viel kann man im Geschäftsbericht nach­le­sen: „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir seit 2004 und damit nun bereits seit 12 Jahren un­se­ren Wasserpreis nicht verändert haben. Diese Sta­bi­li­tät ist ein Kennzeichen unseres Unternehmens und nicht selbstverständlich. Aufsichtsrat, Ge­schäfts­füh­rung und die engagierten Mitarbeiter der Kreiswerke Grevenbroich GmbH stehen für diese erfolgreiche Ar­beit im Interesse unserer Kunden in den ver­gan­gen­en Jahren. Eine solche besondere Preispolitik hat auch in der Zukunft Bestand.“ Die letzte Aussage ist ja wohl ein Versprechen, dass die Preise auch in naher Zu­kunft nicht steigen werden. Ob das auch für Dor­ma­gen gilt, ist offen, denn ab dem 1. Januar 2017 über­nimmt die evd (Energieversorgung Dormagen GmbH) hier die Trinkwasserversorgung.
Nicht gestellt werden konnte zum Beispiel die Frage, ob die Beteiligung der Kreiswerke Grevenbroich an der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Was­ser­for­schung gemeinnützige GmbH, die gleichzeitig mit dem Gesundheitsamt der Rhein-Kreises Neuss die Wasserqualität überprüft, nicht zu In­ter­es­sen­konflik­ten führen kann. Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH gehört der Verwaltungsgesellschaft des Rhein-Krei­ses Neuss, die eine 100-Prozent-Tochter des Rhein-Krei­ses Neuss ist, zu dem ebenfalls das Ge­sund­heits­amt gehört. Wer kennt nicht den Spruch: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Woanders nennt man das Vetternwirtschaft.
Auch nicht gefragt werden konnte, was man mit der um 1,7 Millionen Euro auf jetzt 21,3 Millionen Euro erhöhten Rücklage (Eigenkapitalquote 71 Prozent) ge­plant ist. Seit Jahren verweigert man Antworten, denn: „Neben den allgemeinen Risiken in der Was­ser­ver­sor­gung (z.B. Wasserverunreinigungen, Rohr­brü­che) bestehen keine nennenswerten un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Risiken“, steht im Geschäftsbericht.
Interessant wäre auch die Frage, warum Ge­schäfts­führer Stelten im Jahr 2015 eine (kleine) Ge­halts­er­hö­hung (im Jahr 2014 waren es satte 8,5 Prozent) be­kom­men hat, das Gehalt des weiteren Ge­schäfts­füh­rers Ingolf Graul, der gleichzeitig Kämmerer des Rhein-Kreises Neuss ist, mit 4.696,80 Euro im Jahr unverändert geblieben ist. Hat diese Regelung Leis­tungs­be­zug?
Die Kreiswerke Grevenbroich haben im Jahr 2015 Mit­ar­bei­terdarlehen in Höhe von 68.000 Euro (Vor­jahr 64.000 Euro) ausgegeben. Wie hoch ist der Zinssatz? Sind die Darlehnsnehmer in Lei­tungs­funk­tionen?
Die Beteiligung der Öffentlichen Hand an pri­vat­wirt­schaft­lich organisierten Unternehmen mag sinnvoll sein. Oft wird sie missbraucht, um Schat­ten­haus­hal­te zu verschleiern, um „verdiente“ Mitarbeiter oder Freun­de (Geschäftsführer Stelten war früher So­zial­de­zer­nent im Rhein-Kreis Neuss) zu versorgen oder abzuschieben und um sich hinter dem gesetzlichen Schutz einer GmbH um Auskunftspflichten he­rum­zu­drücken.
Wie wir wissen, sind lange nicht alle GmbH-­Ge­schäfts­führer „Gutmenschen“. Deshalb sollte ihnen im Detail auf die Finger geschaut werden. Skandale gibt es zu Hauf. „Schmierfinken“ können halt ziemlich unangenehm sein und den „guten Ruf“ be­schmut­zen.



Abschied von Kai Uffelmann

Dormagen, 29. Mai 2015 – Die Goldene Mün­ze der Stadt Dormagen gab’s zum Abschied für den ausscheidenden Ersten Bei­ge­ord­ne­ten Kai Uf­felmann (Foto). Ab dem kom­men­den Montag sitzt er auf sei­nem neuen Sessel als Kreisrat in Winsen an der Luhe (bei Ham­burg).



Die Belle Étage in dritten Stockwerk des Rathauses war nicht wiederzuerkennen. Wo sonst büro­kra­ti­sche, nüchterne und geschäftige Sachlichkeit herrscht, war ein meterlanges Buffet mit Fingerfood und einer leckeren heißen Suppe aufgebaut. Kölsch, Sekt und Antialkoholisches wurde gereicht. Im ehe­ma­ligen Ratssaal sammelte sich die Crème de la Crème aus Dormagen und Umgebung dicht an dicht. Die Na­mensliste der Prominenten würde hier den Rah­men sprengen. Alle waren gekommen, um sich persönlich zu verabschieden von einem gebürtigen Frankfurter mit mün­sterländer Ambitionen, der sich nach einer vier­jäh­rigen Zwischenstation in Dor­ma­gen anschickt, den hohen Norden zu erobern.
Dort will er künftig Wurzeln schlagen, seine Karriere fortführen. Die Weichen für ein Eigenheim für sich und seine Familie sind schon gestellt, in gut er­reich­barer Fahr­rad­nähe (trotz Dienstwagen) zur Kreis­ver­waltung, seinem neu­en Dienstsitz. Das war ein Ab­schied mit vielen la­chen­den Augen, zwischendurch auch mal einem ern­sten, fast traurigen Ge­sichts­aus­druck des zu Ver­ab­schiedeten und einer launigen, freundschaftlich ge­präg­ten Rede von Bürgermeister Erik Lie­ren­feld, der ihm neben der wertvollen Ge­denk­mün­ze als Andenken an sein Schaffen in Dor­ma­gen einem Südwester (wasserdichte Kopfbedeckung für See­fah­rer, wird meist aus Öltuch hergestellt) gegen er­wart­bare stürmische Zeiten nahe der Meere und an der Elbe überreichte.

Das Personalkarussell
im Rathaus dreht sich

Dormagen, 9. April 2015 – Bürgermeister Erik Lierenfeld muss handeln. Der Weggang des Ers­ten Beigeordneten und Kämmerers Kai Uf­felmann per 31. Mai zum Landkreis Har­burg (bei Hamburg) löst in der Stadt­ver­waltung eine gan­ze Rei­he von Veränderungen aus. Erik Lie­ren­feld will entgegen früherer SPD­-Meinung die Chance nutzen, die Ver­wal­tungs­spitze auf nur noch drei Personen zu ver­kleinern – Bür­ger­meister und zwei Bei­ge­ordnete als Wahl­be­amte. Damit fielen län­ger­fristig die von Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoff­mann als „Not­lö­sung“ eingeführten De­zer­nen­ten­stellen weg – eine Einsparung von rund 120.000 Euro an Personalkosten im Jahr und gleichzeitig Weg­fall einer Hierarchieebene.
Da es bis zur Wahl eines Nachfolgers von Kai Uf­fel­mann durchaus Jahresende sein könnte, muss der Ge­schäftsverteilungsplan geändert werden, damit der „Laden“ weiterlaufen kann. Erste Nutznießerin ist die jetzige Dezernentin Tanja Gaspers. Sie über­nimmt ab 1. Juni die Kämmerei als Dezernentin und wird damit verantwortlich für den kommenden Haus­haltsplan. Vorgesehen ist, sie später auch zur Bei­ge­ord­neten und Kämmerin aufzuwerten. Ab­wan­de­rungs­gelüste habe sie, so der Bürgermeister, dann wohl nicht mehr. Denn ihr Karriereziel, Wahlbeamtin zu werden, sei ja erst einmal erfüllt.
Auch Dezernent Gerd Trzeszkowski wird al­ters­be­dingt spätestens am 30. April 2017 ausscheiden. Das sei jetzt schon abzusehen. Bis dahin soll er ab 1. Juni zum weiteren allgemeinen Vertreter des Bür­ger­meis­ters ernannt werden, um mindestens drei hand­lungs­fähige Personen in der Verwaltungsspitze zu haben.
Die Lücke in der obersten Verwaltungsebene soll ein neuer Erster Beigeordneter auffüllen. Der Rat soll in seiner Sitzung am 21. April die Aus­schrei­bungs­un­terlagen beschließen. Gesucht wird idealerweise ein Volljurist, der nach den jetzigen Plänen die Be­rei­che Sicherheit und Ordnung, Feuerwehr und Ret­tungs­dienst, Bildung und Kultur, Jugend, Soziales, Woh­nen und Schule und die Aufsicht über den Dor­magener Sozialdienst übernehmen und als all­ge­meiner Ver­tre­ter des Bürgermeisters fungieren soll.
Ausdrücklich erwünscht seien auch Bewerbungen von Frauen. Es bestünde also die theoretische Chan­ce, dass die künftige Verwaltungsspitze zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt ist. Damit wäre die von oben verordnete Frauenquote deutlich übererfüllt. Für Erik Lierenfeld als dann möglicher „Hahn im Korb“ viel­leicht eine verlockende Vorstellung.
Dem Vernehmen nach ist allerdings parteiintern schon alles klar: In Köln steht wohl schon ein Wunsch­kandidat der SPD in den Startlöchern. Ent­scheiden über die Besetzung der Stelle wird al­ler­dings der Rat. Die Vorauswahl trifft eine Fin­dungs­kom­mission aus Vertretern aller Ratsparteien.
Die Stellenausschreibung soll kostengünstig gestaltet werden. Eine Unternehmensberatung (mit Kosten von rund 50.000 Euro) soll nicht eingeschaltet wer­den. Einzig Anzeigen in der FAZ und in einschlägigen Internetportalen und auf der Homepage der Stadt Dormagen sollen die Kosten auf rund 9.000 Euro be­grenzen.

Lierenfeld BM-Kandidat der SPD

Dormagen, 18. Januar 2014 – Nun hat sich auch die SPD entschieden. Ratsherr Erik Lie­renfeld soll demnächst von der Mit­glie­der­ver­sammlung zum Bürgermeisterkandidaten der Sozialdemokraten in Dormagen nominiert werden, teilte die SPD gestern mit.
Der Politik-Youngster Lierenfeld (27 Jahre alt) be­kleidet derzeit nebenbei hier das Amt eines stell­ver­tretenden (ehrenamtlichen) Bürgermeisters und ist gleichzeitig Stadtverbandsvorsitzender seiner Partei. Er tritt gegen den starken CDU-Kandidaten und jet­zi­gen hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Dor­ma­gen, Peter-Olaf Hoffmann und den Zentrums-Kan­di­da­ten Hans-Joachim Woitzik am 25. Mai zur Wahl um den Posten des zukünftigen Ver­wal­tungs­chefs im Rathaus an.

Förderverein spendet Musikinstrumente

Dormagen, 12. Mai 2013 - Auch in diesem Jahr schenkt der Förderverein der städ­ti­schen Musikschule Musikinstrumente im Wert von fast 3.700 Euro. Das teilte der Vor­sit­zende des Fördervereins der Musikschule, Wolfgang Horst, in der letzten Vorstands­sit­zung mit. Und das solle auch in den kom­menden Jahren so bleiben.
So kann sich Bärbel Hölzing, Leiterin der Musik­schule, darüber freuen, dass auf ihren Vor­schlag hin der Förderverein Instrumente im Wert von 1.800 Euro für das laufende Jahr bewilligt hat.
Mit einem Zuschuß wird man auch die seit 50 Jahren bestehende Städtepartnerschaft Dormagen - St. An­dré unterstützen. Es sei ein Auftritt des Mu­sik­schul­orchesters mit etwa 40 Jugendlichen in der Part­ner­stadt fest eingeplant.
Positiv wurde die Teilnahme am „Kulturrucksack“ der beiden Städte Dormagen und Monheim begrüßt. Hier bereichert die Mu­sik­schule mit zahlreichen Dar­bie­tungen das Kul­tur­pro­gramm beider Städte.
Am 7. Juli steht das traditionelle Musikschulfest an der Langemarckstraße auf dem Programm. Erst­ma­lig wird eine Hüpfburg neben anderen Attraktivitäten das Rahmenprogramm erweitern, konnte Kristin Schulz, stellvertretende Vorsitzende, stolz ver­mel­den. Er­war­tet werden auch wieder zahlreiche Auf­tritte von En­sem­bles und Gruppen der Musik­schule Dormagen. Es wird eine Leistungsschau der Musiker der städtischen Kultureinrichtung werden. Alle Bür­gerinnen und Bür­ger sind herzlich eingeladen.

Dipl. Ing. Klemens Diekmann
wird neuer evd-Geschäftsführer

Dormagen, 13. Januar 2013 – Der zukünftige Chef in der evd (Energieversorgung Dor­ma­gen GmbH) hat jetzt auch ein Gesicht: Der Aufsichtsrat des örtlichen Energie- und Was­serversorgers hat sich in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten für Dipl. Ing. Klemens Diekmann (49, Foto rechts) entschieden.
Der Vertrag sei bereits unterschrieben, verkündete Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann heute beim Neujahrsempfang der Stadt im Leibniz-Gynasium vor mehreren hundert geladenen Gästen.
Klemens Diekmann war seit 2009 Geschäftsführer bei den Stadtwerken in Haltern am See (nördliches Ruhrgebiet). Er löst den nach 28 Jahren auf eigenen Wunsch vor dem eigentlichen Vertragsende aus dem Amt scheidenden jetzigen Geschäftsführer Rudolf Esser spätestens zum 30. Juni des Jahres ab. Wann Klemens Diekmann genau nach Dormagen kommt, entscheidet sein bisheriger Brötchengeber mit der entsprechenden Freigabe. Diekmann möch­te auf jeden Fall vorher die Gelegenheit nutzen, sich hier einzuarbeiten. Da die Stadt Dormagen die Mehrheit (51 Prozent) an dem örtlichen Versorger hält, freut sich (nicht nur) Kämmerer Kai Uffelmann (Foto links) auf frischen Wind in der städtischen Toch­ter­ge­sell­schaft.

BI BAD sammelt 6.631 Unterschriften

Dormagen, 18. Oktober 2012 – Die BI BAD hat heute vier Aktenordner mit insgesamt 6.631 Unterschriften zu ihrem Bür­ger­begehren an Bürgermeister Peter-Olaf Hoff­mann über­ge­ben. Nun muss der Stadtrat am 6. November über das Anliegen von Elke Zaum, Kerstin Born (Foto v.l.) und ihren Mitstreitern aus Nievenheim entscheiden, ob das dortige Hallenbad erhalten bleibt und in einen ak­zeptablen Zustand versetzt werden soll.
Lehnt der Rat das Bürgerbegehren in seiner näch­sten Sitzung am 6. November ab – wie schon am 1. Oktober den Antrag zur Römer Therme – findet ein Bürgerentscheid innerhalb einer Drei-Monats-Frist bis spätestens 6. Februar 2013 in Dormagen statt. Das wäre dann der zweite in der Stadt­ge­schichte. Kerstin Born: „Wir wollten keinen Bür­gerentscheid in der Weihnachtszeit. Deshalb ge­ben wir die Unterschriften auch erst heute ab.“
„Die Verwaltung wird die Unterschriften bis zur Rats­sitzung geprüft haben. Dann entscheiden die Politiker, wie es weitergeht.“ erläutert Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoffmann die kommenden Schrit­te.
Die BI BAD hatte bereits in den ersten Tagen ihrer Aktion in Nievenheim und der näheren Umgebung mehr als 3.000 Unterschriften gesammelt. „Da aber ganz Dormagen entscheiden sollte, haben wir da­nach auch alle anderen Stadtteile besucht und bei der Bürgern nachgefragt.“ verrät Kerstin Born über das Zustandekommen der Listen. Allein rund um das Einkaufszentrum an der Mathias-Giesen-Straße sind an nur zwei Aktionstagen der Bürgerinitiative mehr als 1.500 Unterschriften von Befürwortern zusammen gekommen. Im Gegensatz zum Bür­ger­antrag zur Römer Therme steht kein mit­glieder- und fi­nanz­star­ker Verein mit wirt­schaft­lichen Interessen hinter den Aktivisten aus Nie­venheim. Alle Aktionen der BI BAD werden aus Privatschatullen bezahlt. Dabei wurden sie sogar von Bürgern aus dem Neusser Süden personell unterstützt.



Vandalen beschädigten mindestens neun Pkw

Dormagen 31. März 2013 - In der Nacht zum Oster­sonntag wüteten Vandalen in Nie­ven­heim. Sie beschädigten mutwillig zahl­rei­che Pkw. Die Spur der Schäden zieht sich von der Straße „Am Norfbach“ über die Straße „Auf der Hardt“ bis zur Koniferen- und zur Pla­ta­nen­straße.
Mutwillig wurden Spiegel abgetreten und andere Schäden verursacht. In vielen Fällen deutet die Spu­renlage darauf hin, dass die Täter über die Fahrzeuge gelaufen sind und dadurch erhebliche Schäden ver­ur­sacht haben. Bisher wurden der Po­li­zei neun Fälle bekannt.
Ersten Ermittlungen zufolge dürfte es sich bei den Tätern um drei Jugendliche handeln, die in der Nacht gegen 03:30 Uhr im Bereich „Am Norfbach“ und „An der Birk“ beobachtet wurden. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, sollte sich mit der Polizei im Rhein-Kreis-Neuss, Telefon 02131 3000 in Ver­bindung setzen.

Falscher Wasserwerker unterwegs

Dormagen, 23. Juli 2012 - Ein unbekannter Mann klingelte vergangenen Samstag vor­mit­tags an der Wohnungstür einer Seniorin auf der Langemarkstraße und gab sich als Mit­ar­beiter der „Wasserwerke NRW“ aus. Er zückte kurz einen Ausweis, vermittelte einen se­ri­ösen Eindruck und verschaffte sich so Zugang zur Wohnung der älteren Frau.
In einem unbeobachteten Moment durchsuchte der Unbekannte das Schlafzimmer nach Wertsachen und ließ eine Schmuckschatulle mitgehen. Nachdem er das Haus verlassen hatte, wurde die Seniorin misstrauisch und stellte fest, dass sie einem drei­sten Trickdieb aufgesessen war. Die eingeleitete Fahndung der Polizei blieb bislang erfolglos. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Täter wird wie folgt beschrieben: Circa 40 Jahre alt, schlanke Figur, bekleidet mit Jeans, T-Shirt, schwarz-weißen Turnschuhen und Base­ball­cap. Er sprach hochdeutsch und hatte ein gepflegtes Er­scheinungsbild.
Hinweise zur verdächtigen Person oder möglichen anderen Opfern des Trickdiebes unter der Te­le­fon­nummer 02131 3000 an die Polizei.


Der Haushaltsplan-Entwurf 2017 liegt vor:

Deutlich schwarze

Zahlen

Dormagen, 8. September 2016 – Vorneweg die gute Nach­richt: der Haushalt 2017 ist ausgeglichen und schließt mit einem positiven Gesamtergebnis in Höhe von 748.900 Euro. Kämmerin Tanja Gaspers schien deut­lich erleichtert, als sie heute diese Zahlen dem Rat zur Beratung vorlegen konnte. Was die Fraktionen da­raus machen, bleibt den Haushaltsberatungen über­lassen.

Aber nicht nur die Ratsmitglieder waren – gemessen am Bei­fall – zufrieden. Auch die Bürger müssen nach jetzigem Stand keine „Grausamkeiten“ erwarten, denn weder Steuern noch Gebühren und Entgelte sollen nach dem Willen der Ver­wal­tung im Jahr 2017 steigen, noch sollen Einrichtungen ge­schlos­sen werden.

Möglich macht das unter anderem die Erwartung der Käm­me­rin, dass sich die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt auf 26 Mil­lionen Euro erhöhen (von 22,1 Millionen Euro im Ansatz 2016). Die jetzt vorliegenden Prognosen lassen diesen Etat­an­satz zu.

„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, über den Haus­halts­aus­gleich hinaus Überschüsse zu erwirtschaften, um die Ver­schul­dung nach und nach abzubauen, damit die aufgezehrte Aus­gleichs­rück­lage wieder aufgebaut werden kann.“ erklärte sie das Ziel für die kommenden Jahre. Die Aufstellung eines Haushalts dürfe nicht jedes Jahr auf’s Neue eine Grat­wan­de­rung sein.

Dafür unerlässlich seien die Erträge aus Grund­stücks­ver­käu­fen (zum Beispiel im Baugebiet Nievenheim IV). Die sollen nämlich im Jahr 2017 beginnen, zu fließen.

Wenig Sorge macht Tanja Gaspers sich um die Kosten der In­te­gra­tion und Unterbringung von Flüchtlingen. Aktuell sind 836 in der Stadt. Die Kosten übernehme zum größten Teil der Bund und das Land. Das sei für den Dormagener Haushalt deshalb wei­test­ge­hend kostenneutral.

Erfreulich auch sei die Entwicklung der Hundesteuer. Sie steht zwar „nur“ mit Einnahmen in Höhe von 395.000 Euro im Haus­halts­entwurf. Das werde auch schon 2016 übertroffen, ist Tan­ja Gaspers sicher. Denn mit der Ankündigung zur Über­prü­fung der Hundebestandsaufnahme durch eine private Firma seinen be­reits 200 zusätzliche Anmeldungen zu ver­zeich­nen. Für Gaspers eher eine Frage der Steuer­ge­rech­tig­keit und für korrekte Hun­de­be­sit­zer, die ihr Tier bereits an­ge­mel­det haben, sicher auch ein Anliegen, vermutet die Käm­merin.



Michael Bison (37) (Foto 2.v.li. neben Bürgermeister Erik Lie­renfeld, Kämmerin Tanja Gaspers und dem 1. Beigeordneten Ro­bert Krumbein) soll als Geschäftsführer der noch zu gründenden Marketing- und Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft natürlich un­ter­stüt­zen und durch seine Aktivitäten Geld in die Kassen spülen, indem er Gewerbegebiete ver­mark­tet, aber auch bereits orts­ansässige Firmen dabei un­ter­stützen, sich und Dormagen besser zu verkaufen. Vor allem soll das Image und die Wertschätzung für Dormagen steigen. Er stellte sich heute den Ratsmitgliedern vor. Er freue sich als gebürtiger Rheinländer aus dem doch sehr abgeschiedenen und vor allem in Sachen Karneval sehr unterentwickelten Sau­er­land zurück an den Rhein zu kommen. Die Region zwischen Köln und Düsseldorf reize ihn, weil sie viel Potenzial beinhalte. Be­sonders an dem Posten gereizt habe ihn, dass er Neues aufbauen und eigene Ideen verwirklichen könne.

Wermutstropfen: Das Zentrum verweigerte ihm die Ge­folg­schaft. Hans-Joachim Woitzik: „Ich habe nichts gegen Sie persönlich. Grund unserer Gegenstimmen ist die Kurz­fris­tig­keit der Be­set­zung des Postens. Mit mehr Zeit hätte man viel­leicht einen bes­se­ren Kandidaten finden können.“ Es gab im­mer­hin 80 Bewerber „von Berlin bis Dormagen“ (Zitat BM Erik Lierenfeld) nach der Ausschreibung. Zwölf von ihnen waren in die engere Wahl gekommen. Die Auswahlkommission hat sich dann ein­stimmig für den jungen Mann mit dem derzeitigen Posten im Hoch­sau­er­land­kreis entschieden und will ihm und Dormagen die Chance geben.

Pumpen sorgen demnächst in Gohr für dauerhaft trockene Keller:

Standorte für drei Brunnen festgelegt



Dormagen, 16. August 2016 – Nach jahrelangem Kampf der „Arche Gohr“ und unter Vermittlung von Ex-Bür­germeister Reinhard Hauschild ist wohl die endgültige Lö­sung für das Gohrer Unterdorf gefunden. Nasse Keller werden die Einwohner wohl garantiert in den nächsten Jahrzehnten so nicht mehr bekommen. Auch falls das Grundwasser wieder steigt, wenn die Rhein­braun-Ta­ge­baue eines Tages geschlossen und das Ab­pumpen von Grundwasser eingestellt wird.

Jetzt hat der Erftverband, der für die Planung und Umsetzung zuständig ist, die Standorte der drei Brunnen planerisch fest­ge­legt und mit der Unteren Wasserbehörde festgezurrt. Kreis­um­welt­de­zer­nent Carsten Mankowsky (Foto oben 3. v.li.) be­stä­tig­te dies mit seiner Anwesenheit. Die Brunnen werden an der Fried­rich-Hinsen-Straße im Bereich der Häuser Nummer 4a und 18 und an der Bruchstraße neben dem Haus Nummer 14 errichtet. „Die Lage der Anlagen basiert auf einem um­fang­reichen Be­rech­nungs­mo­dell. So kann der Anstieg des Grund­was­sers am besten be­grenzt werden", erklärte Dr. Bernd Bu­cher vom Erftverband (Foto oben re.) bei einem Ortstermin. Die Bürgerinitiative „Arche Gohr" und die betroffenen An­woh­ner wurden über die geplanten Standorte bereits informiert.

„Die jetzt festgelegten Brunnen-Standorte sind ein weiterer wich­ti­ger Schritt, um die gemeinsam mit den Bürgern ge­fun­de­ne Lö­sung umzusetzen", sagte Bürgermeister Erik Lie­ren­feld (Foto oben li.) an gleicher Stelle. „Wir sind froh, dass es in der Sache vorangeht und nun alle erforderlichen Vor­be­rei­tun­gen für den Tag X mit dem Erreichen der kritischen Grundwassermarke ge­trof­fen sind", machte Arno Neukirchen als Sprecher der „Arche Gohr" (Foto oben, 2. v.li.) deutlich. „Übrigens können Betroffene, die sich an der ge­mein­schaft­lichen Lösung bisher nicht beteiligt haben, dies immer noch tun."

Unsolidarisch ist, dass fast 80 Hauseigentümer nun von der Vor­sor­ge ihrer Nachbarn profitieren, sie selbst aber keinen Beitrag leisten wollen. So hätte die finanzielle Belastung für jeden Ein­zel­nen deutlich gesenkt werden können. Schließlich hat die ge­fun­de­ne Lösung massiven Einfluss auf den Wert der meisten Im­mo­bi­lien im Gohrer Unterdorf. Zwischenzeitlich waren die Preise für die Häuser deutlich gesunken. Sie waren fast unverkäuflich. Das ändert sich schon jetzt mit der an­ge­peil­ten Lösung wieder erkennbar.

Die Brunnenanlagen sind Bestandteil der so genannten „Kap­pungs­lösung", die vereinbart wurde, um Vorsorge für den Wie­der­an­stieg des Grundwassers durch den abwandernden Braun­koh­le­tage­bau zu treffen. 122 von rund 220 betroffenen Haus­ei­gen­tü­mern im Unterdorf leisteten dazu vor zwei Jahren bereits ihren Beitrag. Um langfristig Sicherheit zu gewinnen und einen Wert­ver­lust ihrer Immobilien abzuwenden, ver­pflich­te­ten sie sich, mit rund 7.900 Euro pro Gebäude zur Fi­nan­zierung beizutragen. Auf dem Sonderkonto, das bei der Stadt geführt wird, sind bereits rund 270.000 Euro eingezahlt. Die Stadt Dormagen übernimmt ein Fünftel der Bau- und Be­triebs­kosten. Der Rhein-Kreis Neuss beteiligt sich mit zehn Prozent an den Investitionen.

Wann die Brunnen dann endgültig gebaut werden, hängt da­von ab, wie sich der Grundwasserpegel in den kommenden Jahren entwickelt. Nach den Messungen des Erftverbandes schwankt der Stand derzeit zwischen 37,4 und 37,8 Metern über Normal­hö­hen­null (NHN). Der Erftverband kalkuliert für die Brunnen und die Anschlüsse an den Gohrer Graben zur Ableitung des gepumpten Wassers mit Baukosten in Höhe von 700.000 Euro und jährlichen Betriebskosten der Pumpen für Strom und Wartung in Höhe von 56.000 Euro. Preis­er­höhungen werden nicht weitergegeben, ist vertraglich ver­ein­bart worden.

„Ab Überschreitung der kritischen Marke von 39 Metern über NHN über ein Jahr oder 39,2 Meter über NHN über sechs Mo­na­te werden wir die Brunnen errichten, um Grund­was­ser­spitzen zu kappen", erklärte Stefan Simon, Abteilungsleiter Grundwasser beim Erftverband (Foto oben, 4.v,re.). Wann das sei, sei nicht absehbar.

Die aktuellen Grundwasserstände sind unter www.dor­ma­gen.de zu verfolgen (in der Rubrik „Bauen, Umwelt & Ver­kehr"). Zur re­gel­mäßigen Beobachtung wird der Erftverband in diesem Jahr auch noch zwei zusätzliche Messstellen im Nor­den an der Ecke Karl-­Küffler-Straße / Gohrer Graben und im Süden in Höhe des Flie­der­wegs bohren, um jederzeit auf dem aktuellen Stand zu sein und rechtzeitig handeln zu können.



Die Grundwasserpumpen (kleines Foto) sehen von außen un­spek­ta­kulär aus: Drei schallgedämmte und glas­fa­ser­verstärk­te Kunststoffgehäuse, die jeweils drei Meter lang und ein­ein­halb Meter breit und hoch sind. Von hier aus führen Rohre 25 Meter unter die Erde. In zehn Meter Tiefe werden Pumpen sit­zen, die zwischen 100 und 200 Kubikmeter Wasser pro Stunde aus dem Untergrund fördern können. Das Wasser wird in den Gohrer Graben abgeleitet und fließt über Norfbach und Erft in den Rhein.

„Störende Auswirkungen sind nicht zu erwarten, weil die Pum­pen im Bedarfsfall tief unter der Erde arbeiten. Dies belegen auch die Erfahrungen in Korschenbroich, wo solche Brunnen bereits seit Längerem in Betrieb sind", erläutert Thomas We­dows­ki von den Technischen Betrieben Dormagen (TBD) auf Fragen nach dem Lärmschutz. Die farbliche Gestaltung der Gehäuse soll mit den Nachbarn und der „Arche Gohr“ noch abgestimmt werden.

Info
Das in Gohr geplante Kappungsmodell wird schon erfolgreich in Korschenbroich praktiziert. Es gibt den betroffenen Haus­ei­gen­tümern für die nächsten Jahrzehnte Sicherheit. Erst nach Be­en­di­gung des Tagebaus Garzweiler voraussichtlich Mitte des Jahr­hun­derts stehen in einer zweiten Stufe wei­ter­ge­hen­de Maßnahmen an. Fragen zu den geplanten Brunnen-Stand­or­ten beantwortet Thomas Wedowski von den Technischen Betrieben Dormagen (erreichbar unter 02733/257-833 oder per E-Mail an thomas.wedowski@stadt-dormagen.de).

Der Erbentag fasste auch die letzten Beschlüsse einstimmig:

Die Vorplanung zur Deichsanierung ist geschafft!

Dormagen, 4. August 2016 – Nach dreizehn Monaten, elf Sitzungen des Erbentages, etlichen Gesprächen mit den Planern der ARGE, ebenso vielen Zu­sam­men­tref­fen des Bau-Arbeitskreises und ungezählten Terminen mit Bür­gern, Mitgliedern und Betroffenen: Mit den letz­ten Ent­scheidungen steht endlich die Vorplanung für den Hoch­wasserschutz im Bereich des Deichverbandes Dor­ma­gen-Zons. Die Sa­nierung und Ertüchtigung des rund 14 Kilometer langen Schutzbauwerkes soll um die 60 Mil­li­onen Euro kosten. Der Deichgräf hofft auf Lan­des­zu­schüsse von 80 Pro­zent, den Rest müssen die Mit­glieder des Deich­ver­bandes aufbringen und soll lang­fristig fi­nan­ziert werden.

Der Erbentag, das „Parlament“ des Deichverbandes Dor­ma­gen-­Zons, verabschiedete gestern Abend die Pläne für die zwei verbliebenen von insgesamt neun Bauabschnitten. Viel Be­ra­tungs­be­darf gab es dabei um den mobilen Hoch­was­ser­schutz rund um den Heckhof zwischen Zons und Stürzelberg im Pla­nungsabschnitt 6. Man einigte sich schließ­lich ein­stim­mig darauf, einen Betonsockel mit Spundwand­grün­dung pa­ral­lel zu den Ge­bäuden des Heck­ho­fes zu bauen. Dabei soll die auf dem Deich entlangführende Ober­straße um einige Me­ter zur Landseite ver­schwenkt werden. Der sogenannten Frei­bord – die notwendige Erhöhung bei linien­för­mi­ger An­ord­nung zwi­schen Erddeichen geforderte mobile Wand – wird durch Damm­bal­ken mit ins­ge­samt 1,20 Metern Höhe ge­schlos­sen. Die Damm­balken kommen aber nur bei extremem Hochwasser zum Einsatz. Sonst sollen sie in der Nähe ge­la­gert werden. Mit der In­ha­ber­fa­mi­lie des Heckhofes sei da schon eine Lager-Lösung angedacht, erklärte Deichgräf Rein­hard Hauschild.

Nun steht fest, im rund 1,2 Kilometer langen Pla­nungs­ab­schnitt 4 zwischen dem Currenta-Schalthaus und der Krimps­gas­se müssen alle in den vorher geplanten Abschnitten vor­ge­nom­menen Ein­en­gun­gen des Rheinverlaufs ausgeglichen werden. Das sind nach den Berechnungen der Planer 65.000 Kubikmeter Platz für Hochwasser. Konsequenz: Der vor­han­de­ne Deich muss auf der Wasserseite bis zu 18 Meter ins Vorland (Bereich Currenta-Be­triebs­haus) und auf der Land­sei­te bis zu 35 Meter (südlich der Krimpsgasse) verschoben, sprich neu gebaut werden. So werden insgesamt 67.000 Ku­bik­me­ter Retentionsraum geschaffen. Nur so ist die gesamte Maßnahme überhaupt genehmigungsfähig. Auch hier be­schloß der Erbentag einstimmig, wenn auch mit „Bauch­schmerzen“ eines Mitgliedes, das sich bei der Abstimmung enthielt.

Als das geschafft war, stellte Deich­gräf Reinhard Hauschild (Foto) sichtlich erlöst fest, alle Vor­pla­nu­gen seien nun mit ei­nem ein­stim­mi­gen Auf­trag des Er­ben­tages ab­ge­schlos­sen worden. „Wer hätte das nach der prob­lem­be­las­te­ten Vor­ge­schich­te und dem schwie­ri­gen Start des neuen Deich­amtes ge­dacht?“ Man merkte ihm förmlich die Er­leich­te­rung und Freude über das Ergebnis an: „Das war und ist ebenso mühsam wie lohnend.“

Für die weitere Arbeit sei eine gute Grundlage geschaffen worden. Die jetzt anstehende Entwurfs- und Ge­neh­mi­gungs­pla­nung und die sich daran anschließende Planfeststellung sei die nächste He­raus­for­derung, so Hauschild: „Nur ge­mein­sam schaffen wir das Weitere in unserem Sinne. Wir müssen uns weiter gemeinsam Mühe geben. Das waren dreizehn spannende Monate mit vielen positiven Erfahrungen und Ergebnissen.“

Es gab aber auch ein sehr trauriges Ereignis: Die Er­ben­tags­sit­zung am 25. Juli musste wegen eines medizinischen Notfalles ab­ge­bro­chen werden. Ein Besucher erlitt einen Herzinfarkt. Der sofort alarmierte Notarzt behandelte den Stürzelberger fast 30 Minuten vor Ort. Der Mann verstarb noch am selben Abend im Kran­ken­haus. Der Deichverband stiftet deshalb dem Löschzug Zons der Freiwilligen Feuerwehr für das Feuer­wehr-Gerätehaus in der Deich­straße einen Defibrillator, wie er in der Freiwilligen Feu­er­wehr Dormagen gebräuchlich ist, damit zukünftig Menschen in Notfällen insbesondere bei Hoch­was­ser­einsätzen, Übungen zum Hochwasserschutz und ehrenamtlichen Tätigkeiten zugunsten des Deichverbandes geholfen werden kann.

Deichsanierung: Bezirksregierung verweist auf die Wirtschaftlichkeit

Werden Wünsche wirklich wahr?

Dormagen, 1. Juli 2016 – Mit voller Hingabe werkeln der Deichverband Dormagen / Zons und die Planer Dr. Nor­bert Brauer und Dipl.-Ing. Henjörg Hahn nun schon seit Jahren an den Vorschlägen, den Hoch­was­ser­schutz am 15 Kilometer langen linksrheinischen Ab­schnitt zwischen der Kölner und der Neusser Stadt­gren­ze wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

Im Durchschnitt müssen die Schutzbauwerke um bis zu zwei Me­ter erhöht und zusätzlich an neue Ertüchtigungsregeln an­ge­passt werden. Die Bevölkerung soll so vor den gewaltigen Schäden, die ein Jahrhunderthochwasser des Rheins an­rich­ten könnte, optimal geschützt werden. Maxime dabei für Deichgräf Reinhard Hau­schild und den Erbentag, dem „Sou­ve­rän“ des Deichverbandes, möglichst wenig Flächen, ins­be­son­de­re die der Landwirtschaft, zu verbrauchen. Ganz vermeiden wird sich das nicht lassen, denn es steht fest: Der Deich muss an etlichen Stellen höher und damit auch breiter werden.

Um den Flächenverbrauch möglichst gering zu halten, sehen die bisherigen Beschlüsse des Erbentages im Rahmen der Vor­pla­nung auf etwa einem Drittel der Strecke die Ver­wen­dung von Spundwänden mit Mauerkronen vor. Nachteil: Ziemlich teuer; deutlich teurer als die Erhöhung des Erdwalls. Allerdings: So käme man möglichen Einsprüchen von Land­wir­ten und anderen An­lie­gern zuvor, die die Baumaßnahmen nachhaltig blockieren und um Jahre verzögern könnten. Ob alle Träger öffentlicher Belange, zum Beispiel der Natur- und Landschaftsschutz, den aktuellen Vor­stel­lungen zustimmen, steht auch noch in den Sternen. Sie sind in die Vorplanungen nicht eingebunden. Dafür wäre es im jetzigen Stadium der Planungen auch noch zu früh.

Nach derzeitigen Schätzungen belaufen sich die reinen Bau­kos­ten inzwischen auf rund 57 Millionen Euro und haben sich gegenüber dem Ursprungsansatz von 30 Millionen Euro fast verdoppelt. Hinzu kommen Planungs- und vor allem Grund­er­werbs­kos­ten in unbekannter Höhe. Nicht zu vergessen: Preis­stei­gerungen, bis der erste Bagger in vielen Jahren rollt.

Grundsätzlich bezahlen müssten das die zurzeit etwa 5.000 Zwangsmitglieder des Deichverbandes, die auch von den Schutz­maßnahmen profitieren. Natürlich fördert das Land NRW solche Maßnahmen – als freiwillige Leistung und damit ohne Rechts­anspruch. Aktuell in der Regel mit 80 Prozent. Bei einer anhaltend miesen Haushaltslage im Land ist diese För­der­quo­te aber nicht in Stein gemeißelt. Der Landesetat weise für das Jahr 2016 für alle der­artigen Maßnahmen insgesamt nur etwa 40 Millionen Euro aus, hieß es. Da könne man sich leicht ausrechnen, wann För­der­mittel davon für Arbeiten in Dormagen zur Verfügung stünden.

Und hier liegt die Hauptschwierigkeit: Nicht alles, was mach­bar und wünschenswert wäre, wird gefördert. Das musste Deichgräf Reinhard Hauschild schmerzvoll aus einem Ge­spräch am 24. Mai bei der Genehmigungs- und Be­wil­li­gungs­be­hör­de, der Be­zirks­re­gie­rung in Düsseldorf, mitnehmen. Dort erklärte man, gefördert werden könnten nur solche Maß­nah­men, die anerkannten Re­geln entsprächen und be­reits am Rhein erprobt seien. Außerdem werde die Ge­samt­wirt­schaft­lich­keit bei der Zuschussbewilligung geprüft – im Klartext: keine „Luxussanierungen“. Im Einzelfall könne das für einen ganzen Abschnitt den Totalausfall der För­de­rung be­deu­ten, berichtete Hauschild dem Erbentag.

Für eine ins Auge gefasste neuartige mobile Hoch­was­ser­schutz­an­la­ge am Heckhof zwischen Zons und Stürzelberg zum Beispiel (Dormagen-News berichtete), treffe die För­de­rungs­fä­hig­keit nicht zu, erläuterte Tragwerksplaner Dr. Norbert Brauer in seinem Vor­trag. Also wurde die Idee vom Erbentag verworfen.

Deichgräf Reinhard Hauschild gibt sich kämpferisch zu­ver­sicht­lich: „Die letzten Entscheidungen fallen erst im Plan­fest­stel­lungs­ver­fahren und nach Bewilligung der Förderanträge. Wir haben stich­hal­tige Argumente für unsere Pla­nungs­ansät­ze. Die werden wir mit Nachdruck verteidigen.“ – getreu dem Motto: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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Geld sparen bei
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Energierverbraucher in Dor­magen könnten kräf­tig sparen, wenn sie sich nur den richtigen Ver­sor­ger aus­suchten. Der ört­liche Anbieter, die evd (Ener­gieversorgung Dor­magen GmbH), eine ge­mein­same Tochter der RheinEnergie Köln und der Stadt Dor­magen, ist da nicht un­be­dingt die erste Wahl. Un­sere lo­ka­len Politiker, die im Auf­sichtsrat des Un­ter­neh­mens sitzen, hö­ren das sicher nicht gerne, denn der Haushalt der Stadt pro­fitiert auch von den Ge­winnen der evd. Ein Wechsel zu einem ande­ren Anbieter ist im In­ter­net ganz einfach und vor allem mit keinem Qua­li­täts­ver­lust verbun­den, wenn man nicht un­be­dingt auf eine örtliche Ge­schäfts­stelle Wert legt. Nach einem neuen Ge­setz muss der Anbie­ter­wech­sel innerhalb von drei Wo­chen voll­zogen sein.

Das Vergleichsportal Veri­vox (www.verivox.de) listet allein für Strom bei einem Ver­brauch von 4000 kW/h im Jahr 295 mögliche Tarife auf, die in Dormagen ge­bucht wer­den können. Beim Grund­ver­sorgungstarif belegt die evd Platz 246, das günstigste Ange­bot des lokalen An­bie­ters steht auf Platz 203. Dabei sind weder Tarife mit Vor­auskasse, Kau­tion oder Bo­nus be­rück­sich­tigt. Es gibt also mindestens 202 Tarife anderer Lie­fe­ran­ten, die zum Teil deutlich preiswer­ter sind. So lassen sich im günstigsten Fall knapp 225 Euro im Jahr sparen.

Bei Gas sieht die Situation ähnlich aus: Bei einem Ver­brauch von 20.000 kW/h im Jahr werden 172 Tarife für Dormagen-Mitte aufgelistet. Der Tarif „evd Erdgas on­line“ steht auf Platz 130, der Tarif „evd Erdgas komplett“ auf Platz 136, der Tarif „evd Erdgas klassik“ sogar auf Platz 161 nahe am teuren Ende. Einsparungen von rund 430 Euro im Jahr sind drin, wenn Sie sich den richtigen Anbieter aussu­chen. Auch hier sind weder Tarife mit Kaution, Voraus­kasse oder Bonus berück­sichtigt. (Alle Angaben mit Stand vom 24. Januar 2015)


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