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© Foto: Friedhelm Holleczek


Schmutz im Trinkwasser?

Dormagen, 1. Juli 2016 – Und wieder hat die Ge­schäfts­füh­rung der Kreiswerke Gre­ven­broich GmbH sich nicht ge­traut, unerwünschte, kritische Fragen von Journalisten zu be­ant­wor­ten. Zum wie­der­hol­ten Male fiel eine ent­spre­chen­de Bilanz-Pres­se­kon­fe­renz aus. Sonst nutzt man doch jede Gelegenheit, sein strahlendes Gesicht in eine Kamera zu halten, und sei das Ereignis noch so unwichtig.
Der Geschäftsführer Stefan Stelten (Jahresgehalt 2015 gemäß Geschäftsbericht: 153.870,33 Euro ein­schließlich Sachleistungen z.B. Dienstwagen) er­laubte sich sogar in anderem Zusammenhang, einen Ein­zel­nen aus dem Berufsstand als „Schmierfinken“ zu be­zeich­nen. Stattdessen legten die Kreiswerke Gre­ven­broich eine zwar umfangreiche, aber nur die Sicht­wei­se von Geschäftsführung und Aufsichtsrat be­schö­ni­gende Darstellung des Geschäftsverlaufs 2015 in schriftlicher Form vor. Das entspricht wohl dem ei­gen­en Selbstverständnis des Mo­no­pol­an­bie­ters für Trinkwasser für etwa die Hälfte der Be­woh­ner des Rhein-Kreises Neuss, dem auch keiner der 26.998 Dor­ma­gener „Anschlusspflichtigen“ entgehen kann.
Immerhin, so viel kann man im Geschäftsbericht nach­le­sen: „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir seit 2004 und damit nun bereits seit 12 Jahren un­se­ren Wasserpreis nicht verändert haben. Diese Sta­bi­li­tät ist ein Kennzeichen unseres Unternehmens und nicht selbstverständlich. Aufsichtsrat, Ge­schäfts­füh­rung und die engagierten Mitarbeiter der Kreiswerke Grevenbroich GmbH stehen für diese erfolgreiche Ar­beit im Interesse unserer Kunden in den ver­gan­gen­en Jahren. Eine solche besondere Preispolitik hat auch in der Zukunft Bestand.“ Die letzte Aussage ist ja wohl ein Versprechen, dass die Preise auch in naher Zu­kunft nicht steigen werden. Ob das auch für Dor­ma­gen gilt, ist offen, denn ab dem 1. Januar 2017 über­nimmt die evd (Energieversorgung Dormagen GmbH) hier die Trinkwasserversorgung.
Nicht gestellt werden konnte zum Beispiel die Frage, ob die Beteiligung der Kreiswerke Grevenbroich an der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Was­ser­for­schung gemeinnützige GmbH, die gleichzeitig mit dem Gesundheitsamt der Rhein-Kreises Neuss die Wasserqualität überprüft, nicht zu In­ter­es­sen­konflik­ten führen kann. Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH gehört der Verwaltungsgesellschaft des Rhein-Krei­ses Neuss, die eine 100-Prozent-Tochter des Rhein-Krei­ses Neuss ist, zu dem ebenfalls das Ge­sund­heits­amt gehört. Wer kennt nicht den Spruch: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Woanders nennt man das Vetternwirtschaft.
Auch nicht gefragt werden konnte, was man mit der um 1,7 Millionen Euro auf jetzt 21,3 Millionen Euro erhöhten Rücklage (Eigenkapitalquote 71 Prozent) ge­plant ist. Seit Jahren verweigert man Antworten, denn: „Neben den allgemeinen Risiken in der Was­ser­ver­sor­gung (z.B. Wasserverunreinigungen, Rohr­brü­che) bestehen keine nennenswerten un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Risiken“, steht im Geschäftsbericht.
Interessant wäre auch die Frage, warum Ge­schäfts­führer Stelten im Jahr 2015 eine (kleine) Ge­halts­er­hö­hung (im Jahr 2014 waren es satte 8,5 Prozent) be­kom­men hat, das Gehalt des weiteren Ge­schäfts­füh­rers Ingolf Graul, der gleichzeitig Kämmerer des Rhein-Kreises Neuss ist, mit 4.696,80 Euro im Jahr unverändert geblieben ist. Hat diese Regelung Leis­tungs­be­zug?
Die Kreiswerke Grevenbroich haben im Jahr 2015 Mit­ar­bei­terdarlehen in Höhe von 68.000 Euro (Vor­jahr 64.000 Euro) ausgegeben. Wie hoch ist der Zinssatz? Sind die Darlehnsnehmer in Lei­tungs­funk­tionen?
Die Beteiligung der Öffentlichen Hand an pri­vat­wirt­schaft­lich organisierten Unternehmen mag sinnvoll sein. Oft wird sie missbraucht, um Schat­ten­haus­hal­te zu verschleiern, um „verdiente“ Mitarbeiter oder Freun­de (Geschäftsführer Stelten war früher So­zial­de­zer­nent im Rhein-Kreis Neuss) zu versorgen oder abzuschieben und um sich hinter dem gesetzlichen Schutz einer GmbH um Auskunftspflichten he­rum­zu­drücken.
Wie wir wissen, sind lange nicht alle GmbH-­Ge­schäfts­führer „Gutmenschen“. Deshalb sollte ihnen im Detail auf die Finger geschaut werden. Skandale gibt es zu Hauf. „Schmierfinken“ können halt ziemlich unangenehm sein und den „guten Ruf“ be­schmut­zen.



Abschied von Kai Uffelmann

Dormagen, 29. Mai 2015 – Die Goldene Mün­ze der Stadt Dormagen gab’s zum Abschied für den ausscheidenden Ersten Bei­ge­ord­ne­ten Kai Uf­felmann (Foto). Ab dem kom­men­den Montag sitzt er auf sei­nem neuen Sessel als Kreisrat in Winsen an der Luhe (bei Ham­burg).



Die Belle Étage in dritten Stockwerk des Rathauses war nicht wiederzuerkennen. Wo sonst büro­kra­ti­sche, nüchterne und geschäftige Sachlichkeit herrscht, war ein meterlanges Buffet mit Fingerfood und einer leckeren heißen Suppe aufgebaut. Kölsch, Sekt und Antialkoholisches wurde gereicht. Im ehe­ma­ligen Ratssaal sammelte sich die Crème de la Crème aus Dormagen und Umgebung dicht an dicht. Die Na­mensliste der Prominenten würde hier den Rah­men sprengen. Alle waren gekommen, um sich persönlich zu verabschieden von einem gebürtigen Frankfurter mit mün­sterländer Ambitionen, der sich nach einer vier­jäh­rigen Zwischenstation in Dor­ma­gen anschickt, den hohen Norden zu erobern.
Dort will er künftig Wurzeln schlagen, seine Karriere fortführen. Die Weichen für ein Eigenheim für sich und seine Familie sind schon gestellt, in gut er­reich­barer Fahr­rad­nähe (trotz Dienstwagen) zur Kreis­ver­waltung, seinem neu­en Dienstsitz. Das war ein Ab­schied mit vielen la­chen­den Augen, zwischendurch auch mal einem ern­sten, fast traurigen Ge­sichts­aus­druck des zu Ver­ab­schiedeten und einer launigen, freundschaftlich ge­präg­ten Rede von Bürgermeister Erik Lie­ren­feld, der ihm neben der wertvollen Ge­denk­mün­ze als Andenken an sein Schaffen in Dor­ma­gen einem Südwester (wasserdichte Kopfbedeckung für See­fah­rer, wird meist aus Öltuch hergestellt) gegen er­wart­bare stürmische Zeiten nahe der Meere und an der Elbe überreichte.

Das Personalkarussell
im Rathaus dreht sich

Dormagen, 9. April 2015 – Bürgermeister Erik Lierenfeld muss handeln. Der Weggang des Ers­ten Beigeordneten und Kämmerers Kai Uf­felmann per 31. Mai zum Landkreis Har­burg (bei Hamburg) löst in der Stadt­ver­waltung eine gan­ze Rei­he von Veränderungen aus. Erik Lie­ren­feld will entgegen früherer SPD­-Meinung die Chance nutzen, die Ver­wal­tungs­spitze auf nur noch drei Personen zu ver­kleinern – Bür­ger­meister und zwei Bei­ge­ordnete als Wahl­be­amte. Damit fielen län­ger­fristig die von Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoff­mann als „Not­lö­sung“ eingeführten De­zer­nen­ten­stellen weg – eine Einsparung von rund 120.000 Euro an Personalkosten im Jahr und gleichzeitig Weg­fall einer Hierarchieebene.
Da es bis zur Wahl eines Nachfolgers von Kai Uf­fel­mann durchaus Jahresende sein könnte, muss der Ge­schäftsverteilungsplan geändert werden, damit der „Laden“ weiterlaufen kann. Erste Nutznießerin ist die jetzige Dezernentin Tanja Gaspers. Sie über­nimmt ab 1. Juni die Kämmerei als Dezernentin und wird damit verantwortlich für den kommenden Haus­haltsplan. Vorgesehen ist, sie später auch zur Bei­ge­ord­neten und Kämmerin aufzuwerten. Ab­wan­de­rungs­gelüste habe sie, so der Bürgermeister, dann wohl nicht mehr. Denn ihr Karriereziel, Wahlbeamtin zu werden, sei ja erst einmal erfüllt.
Auch Dezernent Gerd Trzeszkowski wird al­ters­be­dingt spätestens am 30. April 2017 ausscheiden. Das sei jetzt schon abzusehen. Bis dahin soll er ab 1. Juni zum weiteren allgemeinen Vertreter des Bür­ger­meis­ters ernannt werden, um mindestens drei hand­lungs­fähige Personen in der Verwaltungsspitze zu haben.
Die Lücke in der obersten Verwaltungsebene soll ein neuer Erster Beigeordneter auffüllen. Der Rat soll in seiner Sitzung am 21. April die Aus­schrei­bungs­un­terlagen beschließen. Gesucht wird idealerweise ein Volljurist, der nach den jetzigen Plänen die Be­rei­che Sicherheit und Ordnung, Feuerwehr und Ret­tungs­dienst, Bildung und Kultur, Jugend, Soziales, Woh­nen und Schule und die Aufsicht über den Dor­magener Sozialdienst übernehmen und als all­ge­meiner Ver­tre­ter des Bürgermeisters fungieren soll.
Ausdrücklich erwünscht seien auch Bewerbungen von Frauen. Es bestünde also die theoretische Chan­ce, dass die künftige Verwaltungsspitze zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt ist. Damit wäre die von oben verordnete Frauenquote deutlich übererfüllt. Für Erik Lierenfeld als dann möglicher „Hahn im Korb“ viel­leicht eine verlockende Vorstellung.
Dem Vernehmen nach ist allerdings parteiintern schon alles klar: In Köln steht wohl schon ein Wunsch­kandidat der SPD in den Startlöchern. Ent­scheiden über die Besetzung der Stelle wird al­ler­dings der Rat. Die Vorauswahl trifft eine Fin­dungs­kom­mission aus Vertretern aller Ratsparteien.
Die Stellenausschreibung soll kostengünstig gestaltet werden. Eine Unternehmensberatung (mit Kosten von rund 50.000 Euro) soll nicht eingeschaltet wer­den. Einzig Anzeigen in der FAZ und in einschlägigen Internetportalen und auf der Homepage der Stadt Dormagen sollen die Kosten auf rund 9.000 Euro be­grenzen.

Lierenfeld BM-Kandidat der SPD

Dormagen, 18. Januar 2014 – Nun hat sich auch die SPD entschieden. Ratsherr Erik Lie­renfeld soll demnächst von der Mit­glie­der­ver­sammlung zum Bürgermeisterkandidaten der Sozialdemokraten in Dormagen nominiert werden, teilte die SPD gestern mit.
Der Politik-Youngster Lierenfeld (27 Jahre alt) be­kleidet derzeit nebenbei hier das Amt eines stell­ver­tretenden (ehrenamtlichen) Bürgermeisters und ist gleichzeitig Stadtverbandsvorsitzender seiner Partei. Er tritt gegen den starken CDU-Kandidaten und jet­zi­gen hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Dor­ma­gen, Peter-Olaf Hoffmann und den Zentrums-Kan­di­da­ten Hans-Joachim Woitzik am 25. Mai zur Wahl um den Posten des zukünftigen Ver­wal­tungs­chefs im Rathaus an.

Förderverein spendet Musikinstrumente

Dormagen, 12. Mai 2013 - Auch in diesem Jahr schenkt der Förderverein der städ­ti­schen Musikschule Musikinstrumente im Wert von fast 3.700 Euro. Das teilte der Vor­sit­zende des Fördervereins der Musikschule, Wolfgang Horst, in der letzten Vorstands­sit­zung mit. Und das solle auch in den kom­menden Jahren so bleiben.
So kann sich Bärbel Hölzing, Leiterin der Musik­schule, darüber freuen, dass auf ihren Vor­schlag hin der Förderverein Instrumente im Wert von 1.800 Euro für das laufende Jahr bewilligt hat.
Mit einem Zuschuß wird man auch die seit 50 Jahren bestehende Städtepartnerschaft Dormagen - St. An­dré unterstützen. Es sei ein Auftritt des Mu­sik­schul­orchesters mit etwa 40 Jugendlichen in der Part­ner­stadt fest eingeplant.
Positiv wurde die Teilnahme am „Kulturrucksack“ der beiden Städte Dormagen und Monheim begrüßt. Hier bereichert die Mu­sik­schule mit zahlreichen Dar­bie­tungen das Kul­tur­pro­gramm beider Städte.
Am 7. Juli steht das traditionelle Musikschulfest an der Langemarckstraße auf dem Programm. Erst­ma­lig wird eine Hüpfburg neben anderen Attraktivitäten das Rahmenprogramm erweitern, konnte Kristin Schulz, stellvertretende Vorsitzende, stolz ver­mel­den. Er­war­tet werden auch wieder zahlreiche Auf­tritte von En­sem­bles und Gruppen der Musik­schule Dormagen. Es wird eine Leistungsschau der Musiker der städtischen Kultureinrichtung werden. Alle Bür­gerinnen und Bür­ger sind herzlich eingeladen.

Dipl. Ing. Klemens Diekmann
wird neuer evd-Geschäftsführer

Dormagen, 13. Januar 2013 – Der zukünftige Chef in der evd (Energieversorgung Dor­ma­gen GmbH) hat jetzt auch ein Gesicht: Der Aufsichtsrat des örtlichen Energie- und Was­serversorgers hat sich in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten für Dipl. Ing. Klemens Diekmann (49, Foto rechts) entschieden.
Der Vertrag sei bereits unterschrieben, verkündete Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann heute beim Neujahrsempfang der Stadt im Leibniz-Gynasium vor mehreren hundert geladenen Gästen.
Klemens Diekmann war seit 2009 Geschäftsführer bei den Stadtwerken in Haltern am See (nördliches Ruhrgebiet). Er löst den nach 28 Jahren auf eigenen Wunsch vor dem eigentlichen Vertragsende aus dem Amt scheidenden jetzigen Geschäftsführer Rudolf Esser spätestens zum 30. Juni des Jahres ab. Wann Klemens Diekmann genau nach Dormagen kommt, entscheidet sein bisheriger Brötchengeber mit der entsprechenden Freigabe. Diekmann möch­te auf jeden Fall vorher die Gelegenheit nutzen, sich hier einzuarbeiten. Da die Stadt Dormagen die Mehrheit (51 Prozent) an dem örtlichen Versorger hält, freut sich (nicht nur) Kämmerer Kai Uffelmann (Foto links) auf frischen Wind in der städtischen Toch­ter­ge­sell­schaft.

BI BAD sammelt 6.631 Unterschriften

Dormagen, 18. Oktober 2012 – Die BI BAD hat heute vier Aktenordner mit insgesamt 6.631 Unterschriften zu ihrem Bür­ger­begehren an Bürgermeister Peter-Olaf Hoff­mann über­ge­ben. Nun muss der Stadtrat am 6. November über das Anliegen von Elke Zaum, Kerstin Born (Foto v.l.) und ihren Mitstreitern aus Nievenheim entscheiden, ob das dortige Hallenbad erhalten bleibt und in einen ak­zeptablen Zustand versetzt werden soll.
Lehnt der Rat das Bürgerbegehren in seiner näch­sten Sitzung am 6. November ab – wie schon am 1. Oktober den Antrag zur Römer Therme – findet ein Bürgerentscheid innerhalb einer Drei-Monats-Frist bis spätestens 6. Februar 2013 in Dormagen statt. Das wäre dann der zweite in der Stadt­ge­schichte. Kerstin Born: „Wir wollten keinen Bür­gerentscheid in der Weihnachtszeit. Deshalb ge­ben wir die Unterschriften auch erst heute ab.“
„Die Verwaltung wird die Unterschriften bis zur Rats­sitzung geprüft haben. Dann entscheiden die Politiker, wie es weitergeht.“ erläutert Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoffmann die kommenden Schrit­te.
Die BI BAD hatte bereits in den ersten Tagen ihrer Aktion in Nievenheim und der näheren Umgebung mehr als 3.000 Unterschriften gesammelt. „Da aber ganz Dormagen entscheiden sollte, haben wir da­nach auch alle anderen Stadtteile besucht und bei der Bürgern nachgefragt.“ verrät Kerstin Born über das Zustandekommen der Listen. Allein rund um das Einkaufszentrum an der Mathias-Giesen-Straße sind an nur zwei Aktionstagen der Bürgerinitiative mehr als 1.500 Unterschriften von Befürwortern zusammen gekommen. Im Gegensatz zum Bür­ger­antrag zur Römer Therme steht kein mit­glieder- und fi­nanz­star­ker Verein mit wirt­schaft­lichen Interessen hinter den Aktivisten aus Nie­venheim. Alle Aktionen der BI BAD werden aus Privatschatullen bezahlt. Dabei wurden sie sogar von Bürgern aus dem Neusser Süden personell unterstützt.



Vandalen beschädigten mindestens neun Pkw

Dormagen 31. März 2013 - In der Nacht zum Oster­sonntag wüteten Vandalen in Nie­ven­heim. Sie beschädigten mutwillig zahl­rei­che Pkw. Die Spur der Schäden zieht sich von der Straße „Am Norfbach“ über die Straße „Auf der Hardt“ bis zur Koniferen- und zur Pla­ta­nen­straße.
Mutwillig wurden Spiegel abgetreten und andere Schäden verursacht. In vielen Fällen deutet die Spu­renlage darauf hin, dass die Täter über die Fahrzeuge gelaufen sind und dadurch erhebliche Schäden ver­ur­sacht haben. Bisher wurden der Po­li­zei neun Fälle bekannt.
Ersten Ermittlungen zufolge dürfte es sich bei den Tätern um drei Jugendliche handeln, die in der Nacht gegen 03:30 Uhr im Bereich „Am Norfbach“ und „An der Birk“ beobachtet wurden. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, sollte sich mit der Polizei im Rhein-Kreis-Neuss, Telefon 02131 3000 in Ver­bindung setzen.

Falscher Wasserwerker unterwegs

Dormagen, 23. Juli 2012 - Ein unbekannter Mann klingelte vergangenen Samstag vor­mit­tags an der Wohnungstür einer Seniorin auf der Langemarkstraße und gab sich als Mit­ar­beiter der „Wasserwerke NRW“ aus. Er zückte kurz einen Ausweis, vermittelte einen se­ri­ösen Eindruck und verschaffte sich so Zugang zur Wohnung der älteren Frau.
In einem unbeobachteten Moment durchsuchte der Unbekannte das Schlafzimmer nach Wertsachen und ließ eine Schmuckschatulle mitgehen. Nachdem er das Haus verlassen hatte, wurde die Seniorin misstrauisch und stellte fest, dass sie einem drei­sten Trickdieb aufgesessen war. Die eingeleitete Fahndung der Polizei blieb bislang erfolglos. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Täter wird wie folgt beschrieben: Circa 40 Jahre alt, schlanke Figur, bekleidet mit Jeans, T-Shirt, schwarz-weißen Turnschuhen und Base­ball­cap. Er sprach hochdeutsch und hatte ein gepflegtes Er­scheinungsbild.
Hinweise zur verdächtigen Person oder möglichen anderen Opfern des Trickdiebes unter der Te­le­fon­nummer 02131 3000 an die Polizei.


Sitzung des Erbentages nach vier Stunden ab­ge­bro­chen – Fortsetzung am kommenden Montag:

Die Hoffnung stirbt

zuletzt

Dormagen, 6. Dezember 2016 – Die Vorplanungen für die Deichsanierung am Rhein zwischen der südlichen Stadt­grenze am Bayer-Gelände und im Norden am Stür­zel­ber­ger Hafen sind abgeschlossen. Jetzt geht es ins Detail. Und da steckt bekanntlich der Teufel drin.

Gestern Abend sollte der Erbentag (das „Parlament“ des Deich­ver­bandes) den Weg zum Planfeststellungsverfahren beim Re­gie­rungs­prä­si­den­ten in Düsseldorf ebnen. Im dritten Quartal 2017 will Deichgräf Reihard Hauschild die Anträge stellen, um die Lan­des­mit­tel (bis zu 80 Prozent der Baukosten von rund 60 Millionen Euro) so früh wie möglich sichern zu können.

Jetzt, wo man genauer hinschaut, geht aber einiges nicht so, wie man es beschlossen hatte. Im Abschnitt 1 sollte die Bun­desstraße 9 am Bayer-Gelände höher gelegt werden, um auch bei Hoch­was­ser den Betrieb aufrechterhalten zu können. Straßen-NRW, ver­ant­wort­lich für die B 9, spielte da jedoch nicht mit, machte fi­nan­ziell unerfüllbare Auflagen. Also: Um­planung. Diplom Ingenieur Hen­jörg Hahn von der Planer-Ar­beitsgemeinschaft legte einen neuen Entwurf vor. Mit einem bei Hochwasser zu schließenden Deichtor quer über die Bun­des­straße und einer verstärkten Hoch­was­ser­schutz­mauer ent­lang der „Römerzielei“, die nach neu­es­ten Vorgaben neben dem Hochwasserdruck auch noch eine Aufpralllast von 50 Tonnen aushalten muss, falls da mal ein Lkw reinrauscht, ergänzte Planer Dr. Norbert Brauer. Also wurde der ur­sprüng­li­che Beschluss des Erbentages aufgehoben und ein neuer, überarbeiteter gefasst.

Am Heckhof, im Abschnitt 6, soll die Deichstraße zur Land­seite ver­schwenkt werden, um vor dem Bauerhof Platz für mobile Hoch­wasserschutz-Wände zu schaffen. Aber: Wer eine Straße neu baut, muss sie nach neuesten Regeln auch ent­wässern. Dabei müssen bis zu 30 Liter Starkregen pro Se­kun­de von den rund 1000 Quadratmetern Straßenfläche ab­ge­führt werden können. Die alte Trassenführung hätte Be­stands­schutz gehabt und könn­te ohne Entwässerung weiter genutzt werden. Da ein Anschluss an das städtische Kanalnetz in Stürzelberg aus Kapazitätsgründen nicht möglich sei, wird Gottfried Koch, Vorstand der Technischen Betriebe der Stadt (TBD) zitiert, muss nun der Deichverband für die Klärung und Entwässerung auf eigene Kosten sorgen – falls die Politik nicht noch einen Ausweg findet.

Auch im Stürzelberger Abschnitt 7 zwischen Deichtor Wolf und Dorf­platz ist die beschlossene „Zinnenlösung“ noch nicht in troc­ken­en Tüchern. Erst ein Versuch Ende Januar mit einem vom stell­ver­tretenden Deichgräfen Franz Josef Bauers ge­bau­ten Modell in Originalgröße soll demnächst geklärt werden, auf welche Lösung sich man sich festlegen möchte.

Völlig neu und eigentlich schon vor Beginn der Ge­samt­pla­nung von der Deichsanierung ausgeschlossen war die Zu­kunft des Flü­gel­deichs im Grind. Wie „Kai aus der Kiste“ kommt nun die For­de­rung des Regierungspräsidiums Düs­sel­dorf, den zurzeit unter ei­nem Gebüsch versteckten Kopf des Flügeldeichs zu erneuern und den strömungstechnischen Gegebenheiten in Form eines ge­schwun­gen­en Endes wieder herzurichten. Der Flügeldeich selbst soll dabei erst später ertüchtigt werden.

Das größte Problem allerdings präsentierte Planer Dr. Nor­bert Brauer erst ganz zuletzt: Die Vorplanungen am Stür­zel­ber­ger Hafen mit dem Container-Verlader UCT stocken. Wie einst vor­ge­schla­gen und vom Erbentag beschlossen, sollte eine neue L-för­mi­ge Hochwasser-Schutzmauer vor die vor­han­dene gesetzt wer­den. Dem müssten aufwändige Un­ter­su­chun­gen der Ufer­bö­schung im Hafenbereich vorangehen. Die könnten bis zu zwei Mo­na­te dauern und würden den Betrieb bei UCT blockieren, solange der vom Sturm beschädigte Por­tal­kran 1 nicht wieder Instand gesetzt sei. Das sei aber aus kosten- und ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Gründen zeitlich nicht abzusehen, erläuterte Deich­gräf Reinhard Hauschild. Damit stünde der komplette Zeitplan für das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren und damit die Realisierung in den Sternen. Ein Her­aus­lösen des Hafengeländes aus dem Deich­ver­band sei auch nicht möglich. Reinhard Hauschild erhielt vom Erbentag den Auftrag, weiter mit UCT und dem Grund­stücks­ei­gentü­mer zu verhandeln, um die Angelegenheit voranzubringen.

Auch deshalb präsentierte Planer Dr. Brauer eine Alternative, die sich schneller umsetzen ließe: Eine senkrechte Beton-Schutzwand auf Beton-Tiefbohrpfählen, die mit Erdankern im rückwärtigen Ge­län­de bis zu 14 Meter tief verankert ist. Keiner kann allerdings ga­ran­tier­en, dass das wirklich hält, weil die Bodenverhältnisse noch nicht abschließend erkundet sind und wie die vorhandene, rund 100 Jahre alte Mauer darauf reagiert. Der Erbentag schien über­rum­pelt, stimmte doch nach kurzer Diskussion bei zwei Ent­hal­tun­gen zu. Irgendwie muss es ja weitergehen.

Ob dann die Hoffnung des Deichverbandes auf 80-Prozent-Fi­nan­zie­rung der gesamten Deichsanierungsmaßnahme über­haupt noch zu realisieren ist, wackelt inzwischen extrem. Die Lan­des­re­gie­rung hat ab 2020 eine Schuldenbremse be­schlos­sen. Alle Pro­jek­te, die dann nicht durchgeplant, festgestellt und finanziert sind, könnten sich massiv verzögern.

Mit Unmut brachte CDU-Stadtrat und Erbentagsmitglied Karl Kress zur Sprache, dass er und andere eine Ungerechtigkeit in den uneinheitlichen Vorgaben der Bezirksregierungen Köln und Düs­sel­dorf sehen. So fordere die Bezirksregierung Köln bei den Schutz­dei­chen ein Freibord (Sicherheitsmaß über der Deichkrone) von 50 Zentimetern und die Bezirksregierung Düsseldorf - bei vergleichbaren Regelprofilen - ein Freibord von 100 Zentimetern.

Warum der RP Düsseldorf andere Maßstäbe und damit teu­re­re Lösungen fordere, als der RP Köln sei plausibel nicht nach­voll­zieh­bar. Deshalb habe er einen Antrag zur Klärung an den Pe­ti­tions­aus­schuss im Landtag gestellt.

Reinhard Vogt, der frühere Leiter der Hoch­was­ser­schutz­zen­trale Köln und Geschäftsführer des Hoch­was­ser­Kom­petenz­Cen­trums, der vor den Erbentagsmitgliedern zuvor die Mög­lich­kei­ten und Grenzen des mobilen Hochwasserschutzes er­läu­tert hatte und als ausgewiesener Fachmann gilt, konnte diese Frage auch nur mit einem Achselzucken beantworten.

Nach vier Stunden Sitzungsdauer vertagte sich der Erbentag auf kommenden Montag. Dann soll die Zusammenkunft mit weiteren Tagesordnungspunkten fortgesetzt werden. Es bleibt spannend.

640 Meter Rohr mit innovativer Technik verlegt:

Wasserleitung unterm Tannenbusch

Dormagen, 30. November 2016 – Der Zu­sam­men­schluss der Trinkwassernetze von evd (Ener­gie­ver­sor­gung Dor­ma­gen) und Kreiswerken Gre­ven­broich rückt näher. Ab dem kommenden Jahr übernimmt die evd die Was­ser­ver­sor­gung für die gesamte Stadt. Die Was­ser­be­lie­fe­rung der nördlichen Stadtteile durch die Kreis­wer­ke Gre­ven­broich endet offiziell zum 31. De­zem­ber, de facto aber erst mit Fertigstellung der neu­en Ver­bin­dungs­lei­tung im April des kommenden Jah­res. Die Abrechnung der Verbrauchskosten übernimmt die evd aber bereits zum 1. Januar.

Für die Vereinigung der beiden Trinkwassernetze, die ins­ge­samt 320 Kilometer lang sind, ist der Bau einer mehr als 5,5 Kilometer langen Transportleitung mit einem In­nen­durch­mes­ser von 50 Zen­ti­me­tern zwischen dem Kreiswerke-Was­ser­werk im Müh­len­busch und dem Übergabepunkt an die evd nötig. Durch sie fließen spätestens ab kommenden April rund 400 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde in das evd-Lei­tungs­netz.

Evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann (Foto 2.v.li.) be­ob­ach­tete am Nachmittag gemeinsam mit dem technischen Lei­ter der evd, Christoph Reiter (Foto 3.v.li.) und dem Leiter des Wasserwerks Hackenbroich, Man­fred Waßmus (Foto li.) auf­merk­sam die Ar­bei­ten: „Das ist eines der größten Einzel-Bauvorhaben der evd in den letzten Jahren, ein historischer Schritt für uns.“ Luit Uijen von der bauausführenden Firma Bohlen & Doyen (Foto re.) freut sich, dass bisher alles nach Plan verläuft.

Die Bauarbeiten erstrecken sich zwischen Nievenheim und Del­ho­ven. Die Kreiswerke bauen 4,5 km vom Wasserwerk Müh­len­busch bis zu einem Übergabepunkt der evd. Bau­kosten etwa 3,5 Mil­li­onen Euro. Die evd baut jetzt den rest­li­chen Kilometer weiter bis zum Holzweg. Kosten rund 1,1 Mil­li­onen Euro. Baubeginn war An­fang Oktober am Wasserwerk Mühlenbusch. Der Bauabschnitt der evd verläuft zu großen Teilen unter dem Wildpark Tan­nen­busch. Um die umliegende Natur so wenig wie möglich zu stören, setzt die evd für die Verlegung des 640 Meter langen Rohr­ab­schnittes in bis zu sieben Metern Tiefe das innovative Spül­bohr­ver­fah­ren ein.

Diese Verlegetechnik ist äußerst umweltschonend, weil nur punk­tuelle Eingriffe in die Ökologie nötig sind. Nur im un­mit­tel­baren Bereich des Rohreinzugs ist eine Baugrube (großes Foto) nötig. Weitere Vorteile sind eine kürzere Bauzeit sowie eine schnellere Oberflächenwiederherstellung.

Am Anfang sowie am Ende der vorgesehenen Trasse wird eine Grube ausgehoben. Die Spülbohranlage bohrt dann mit ei­nem Bohrkopf eine Pilotbohrung zur Zielgrube. Der Bohrkopf ist mit dem aus stückweisem Gestänge zu­sam­men ge­schraub­ten Bohr­strang verbunden.

Durch die Flexibilität des Gestänges und die Steuerbarkeit des Bohrkopfes lässt sich die Richtung der Bohrung kontrollieren und steuern. Die Bohrung verläuft in leichtem Bogen zur Zielgrube, erreicht eine Tiefe von rund sieben Metern im sandigen Un­ter­grund.

Beim Zurückziehen wird die Pilot­bohrung aufgeweitet und die Bohr­wän­de verdichtet. Zum Schluss wird die Was­ser­trans­port­lei­tung, die aus einzelnen, flexibel verbundenen, sechs Meter langen Gussrohren besteht, dann mit einer Zug­ma­schi­ne, die bis zu 100 Tonnen bewegen kann, mit einer Ge­schwin­dig­keit von fünf Metern pro Minute in das vorgebohrte Loch eingezogen. Die ganze Aktion dauert mit notwendigen Un­ter­bre­chun­gen etwa fünf Stun­den.

Bis die Leitung unter der Erde verschwinden konn­te, wurden die einzelnen Rohre oberirdisch zu­sam­men­ge­fügt, lagerten bis dahin auf Rolllagern auf einem Feldweg zwi­schen dem Holz­weg und dem Wasserwerk an der Hac­ken­broi­cher Straße (kleines Foto).

Nach acht Stunden mit Beratungen über den Haushalt 2017 im Hauptausschuss:

Die Musikschule bleibt in Dormagener Hand

Dormagen, 25. November 2016 – Geschlagene acht Stun­den kämpfte sich der Hauptausschuss seit heute Mittag 13 Uhr durch eine umfangreiche Tagesordnung. Davon alleine zweieinhalb Stunden in nichtöffentlicher Sitzung. Ein konkretes Ergebnis für die Stadt Dor­magen: Die Mu­sik­schule bleibt unter städtischer Füh­rung. Das teilte Bürgermeister Erik Lierenfeld später in öffentlicher Sit­zung mit.

Das Angebot des Rhein-Kreises Neuss zur Übernahme der Mu­sik­schule war Verwaltung und Ausschussmitgliedern nicht attraktiv genug. Es war zum Politikum geworden. Die vom Kreis vor­ge­schla­genen Einsparungen (u.a. 100.000 Euro jähr­lich bei der Ver­waltung) waren allen Beteiligten auf Dor­ma­ge­ner Seite wohl zu unrealistisch. Befürchtungen um Leis­tungs­einbußen bei der mu­si­ka­lischen Bildung zu groß. Im Haus­halts­an­satz der Verwaltung war man davon ausgegangen, in den kommenden drei Jahren insgesamt 500.000 Euro an Zuschüssen einsparen zu können. Dem Ziel will man nun mit eigenen Maßnahmen nahe kommen.

Daher werden die Bürger auch unter städtischer Aufsicht tiefer in die Taschen greifen müssen. Eine neue Ge­büh­ren­sat­zung löst die seit 2010 geltenden Regelungen ab. Das fängt schon bei der An­mel­degebühr an: Künftig sind hier 15 Euro (nach 10 Euro) fällig. Fortsetzung findet das Ansinnen bei immer noch moderaten Kostensteigerungen beim Unterricht an einzelnen Instrumenten. So wird zum Beispiel die mu­si­ka­lische Früherziehung für Kinder statt 23 bald 26 Euro (bei vier Unterrichtsstunden) im Monat kosten.

Für Unmut unter den Ratsmitgliedern sorgten immer wieder die Nachfragen des Grünen Tim Wallraff. Er hielt zum Beispiel die künftige Gebühr für schuleigene Instrumente von bis zu 600 Euro im dritten Jahr für zu hoch. Dies blieb, wie andere Einwände auch, eine Minderheitenmeinung und wurde in geheimer Abstimmung mit 13 gegen vier Stimmen von FDP, Linken/Piraten und Zentrum vom Hauptausschuss ab­ge­schmet­tert. Der Haushalt 2017 je­den­falls wird schon einmal so durch Mehrerträge von 50.000 Euro entlastet.

In der Regel steht der letzte Haupt­aus­schuss eines Jahres ganz im Zeichen der Ver­ab­schie­dung des Haus­halts­pla­nes. Un­ter­stüt­zung hatte sich die Ver­wal­tung in Mechthild A. Stock (kleines Foto) geholt. Die ehe­ma­li­ge Stadtkämmerin be­treibt in Ratingen und Düs­sel­dorf eine Kommunalberatung. Sie un­ter­such­te im Auftrag der Stadt die im bisherigen Haushaltsplan ent­hal­ten­en Pen­sions­rück­stel­lun­gen der Mitarbeiter und Mit­ar­bei­te­rin­nen. Da die Vor­stel­lung ihrer Untersuchung im nicht­öffentlichen Teil präsentiert wurde, ist zu Details nichts bekannt. Nur so viel verrieten Kämmerin Tanja Gaspers und Bürgermeister Erik Lierenfeld im Anschluss: „Das waren wich­ti­ge Ausführungen, die uns vor zu­künf­tigen Fehl­planungen bewahren können.“ Im Ergebnis heißt das konkret, die Personalausgaben steigen nach der Neu­be­rech­nung der Pen­sions­rückstellungen und Tarifsteigerungen deutlich - das zieht sich durch fast alle Haushaltsposten, die Löhne und Gehälter betreffen. Bürgermeister Erik Lierenfeld hatte noch zu Beginn seiner Amtszeit Einsparungen von 120.000 Euro prog­nos­ti­ziert.

Der Ausschuss diskutierte jede einzelne Haushaltsposition aus­führlich. Mal ging es um ein paar Euro als Zuschuss, mal um vom Zentrum beantragte Einsparungen bei der Stadt­bi­blio­thek in Höhe von 100.000 Euro. Der Hauptausschuss lehnt Letzteres mit deutlicher Mehrheit ab, da dies nur mit Leis­tungs- und Per­so­nal­einschränkungen zu schaffen wäre. Um die Präsenz des Ord­nungs­amtes im Außendienst zu stärken, sollen zwei zusätzliche Stellen geschaffen werden. Zur För­de­rung der Kindertagesstätten gibt es im Augenblick keine Unterstützung von Bund oder Land, die die Kämmerin im Haushalt einplanen könnte. Vorerst muss die Stadt das alles aus eigenen Mitteln finanzieren, beschließt der Haupt­aus­schuss einstimmig.

Besonders zur Finanzierung von zukünftigen Grund­stücks­käu­fen schlug die Kämmerin vor, die bisher vorhandenen Kassenkredite in Höhe von 60 Millionen Euro um weitere 8 Millionen Euro In­ves­ti­tions­kredite auszuweiten. Dieser Betrag wurde mit einem Sperrvermerk versehen und soll erst freigegeben werden, wenn ein Erwerb ansteht. Denn durch den späteren Verkauf hofft man auf Gewinne. Auch dieser Vorschlag fand die Mehrheit der großen Koalition.

Auch der Wirtschaftsplan der SVGD (Stadtmarketings- und Ver­kehrs­ge­sellschaft) wurde mit erhöhtem Zuschussbedarf von 763.000 Euro durchgewunken, auch wenn das Zentrum be­fürch­tete, die noch zu gründende die neue Wirt­schafts­för­de­rungs-GmbH werde deutlich teurer, als geplant.

Überhaupt, die Ausschussberatungen waren wegen der über­wältigen Stimmenmehrheit von CDU und SPD ziemlich ein­sei­tig auf die Wortbeiträge der wenigen Oppositionspolitiker von den Grünen, dem Zentrum und den Piraten/Linken be­schränkt. Die großen Parteien hatten sich offensichtlich im Vorfeld abgestimmt. Knappe Abstimmungsergebnisse gab es nicht.

Kämmerin Tanja Gaspers wird es freuen. Sie hat zumindest auf dem Papier einen Überschuss von 508.200 Euro in den Büchern stehen, bei einen Gesamtvolumen von fast 151 Millionen Euro. Eine erneute Haushaltssicherung scheint damit endgültig vom Tisch. Da der Hauptausschuss in Sachen Finanzen nur Em­pfeh­lungen aus­spre­chen kann, wird alles erst endgültig in der nächsten Ratssitzung am 20. Dezember beschlossen.

Neue Mehrheiten im Rat der Stadt:

Die Große Koalition von CDU und SPD steht

Dormagen, 17. Oktober 2016 – Noch ist die Koa­li­tions­ver­ein­ba­rung zwischen CDU und SPD im Rat der Stadt Dor­magen nicht unterschrieben. Aber das ist nur noch reine Formsache. Die Unterschriften sollen morgen Vor­mit­tag vollzogen werden. Damit wird der 44-köpfige Stadt­rat voraussichtlich bis zum Ende der Wahlpe­ri­ode im Jahr 2020 mit einer satten Mehrheit von 31 Stim­men regiert – 16 aus der CDU und 15 aus der SPD.

Das war noch unmittelbar nach der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 anders. Da stellten die beiden großen Volksparteien CDU und SPD jeweils 16 Ratsmitglieder. Für einen SPD-Bür­ger­meis­ter durchaus eine schwierige Angelegenheit. Manche strit­ti­gen Beschlüsse erlangten nur mit seiner Stimme die ge­wünschte SPD-Mehrheit.

Denn Bürgermeister Erik Lierenfeld wollte anfangs ganz ohne Koalitionen im Rat auskommen. Es sollten sich Vernunft-Mehr­hei­ten zum Wohle der Stadt bilden. Das machten CDU (16), FDP (2) und Zentrum (3) in Form eines „bürgerlichen Bündnisses“ (das war formal aber keine Koalition) zu­nich­te, wenn auch die Grüne Fraktion (3) mit­mach­te. Manchesmal bereitete das dem Bür­ger­meister die eine oder andere schlaflose Nacht – zumindest theo­retisch. Zum Beispiel beim Haus­halts­plan­ent­wurf 2015, der mit Mehrheit an die Ver­wal­tung zur Über­ar­bei­tung zu­rück­ver­wie­sen wurde.

Das Blatt wendete sich in diesem Sommer. Da verlor die SPD-­Fraktion ein Mitglied an die FDP. Unternehmer Gerd Sräga fand eine neue politische Heimat und die SPD verlor die „Bür­ger­meis­ter-Mehrheit“ im Rat. Als die FDP, inzwischen auf drei Rats­mit­glieder angewachsen, auch noch über die Um­be­set­zung und Erweiterung von Ausschüssen verhandeln wollte – die Frak­tions­größen hatten sich ja schließlich geändert – zog Erik Lierenfeld die Reißleine.

Im vertraulichen Gespräch machte er Kai Weber, dem neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden im Rat, den Vorschlag, doch ein­mal über eine Koalition der beiden großen Ratsfraktionen nach­zu­den­ken, um gemeinsam wieder mehr politische Ge­stal­tungs­spiel­räume zu bekommen. Das könne eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein. Zumal die CDU über die An­sich­ten und die Art des Zentrum-Fraktionsvorsitzenden Hans-­Joachim Woitzik nicht immer hocherfreut war.

Dazu muss man wissen, dass auch zwischen Ratsmitgliedern aus den unterschiedlichen Parteien nicht unbedingt „Feind­schaft“ herrscht. Manche stehen sich, trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen, durchaus menschlich-freund­schaft­lich nah und sind zum Beispiel über das Brauchtum herzlich miteinander ver­bun­den. Das „Du“ ist deshalb im Privatleben häufig die vertrauliche Ansprech-Form.

Gesagt – getan. Nach insgesamt 26 Stunden in mehreren Runden und eher freundschaftlich-vertraulicher Atmosphäre mit sehr po­si­ti­vem Gesprächsklima zwischen den Fraktions- und örtlichen Spitzen beider Parteien war es geschafft. Man merke, sie (die SPD) wolle wirklich, berichtete ein Ver­hand­lungs­teil­nehmer aus dem CDU-Lager. Dann stand die Koa­li­tions­ver­ein­ba­rung am vergangen Dienstagabend. Die re­dak­tio­nelle Überarbeitung und der Druck dauerten noch ein paar Tage. Heute lagen die ersten Exemplare des 12-Seiten-Papiers druckfrisch den am Abend gleichzeitig ta­gen­den Mit­glie­der­ver­sammlungen der jeweiligen Ortsparteien zur Ab­stim­mung vor.

Der SPD-Stadtverband verabschiedete die Vereinbarung ein­stim­mig, verkündete Kai Weber noch vor der Abstimmung bei der CDU. Bei deren Mitgliedern regten sich zwei Ge­gen­stim­men bei zwei Enthaltungen.

Solche Vereinbarungen sind in aller Regel sehr allgemein gehalten. Ein CDU-Mitglied nannte sie „Wunschliste“, auf die sich niemand festnageln lasse. Schon gar nicht, wenn es später darum ginge, den „Faktencheck“ zu machen, ob auch alles, was da gedruckt steht, auch wirklich umgesetzt worden sei.

Kai Weber, Carola Westerheide, Hans Ludwig Dickers und Jo Deußen, für die CDU in der Verhandlungskommission, konn­ten aber an vielen Bei­spie­len ihren Mitgliedern deutlich machen, dass die niedergeschriebenen Positionen der großen CDU-Linie für Dormagen entsprächen und sie sich nicht haben „über den Tisch“ ziehen lassen. Bei der SPD war es wohl ähnlich.

Wer die Koalitionsvereinbarung (zum Öffnen dieses Links be­nö­tigen Sie möglicherweise einen PDF-Reader, z.B. von Adobe) im Wortlaut lesen möchte: ein Klick auf den Link genügt.

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Geld sparen bei
Strom und Gas

Energierverbraucher in Dor­magen könnten kräf­tig sparen, wenn sie sich nur den richtigen Ver­sor­ger aus­suchten. Der ört­liche Anbieter, die evd (Ener­gieversorgung Dor­magen GmbH), eine ge­mein­same Tochter der RheinEnergie Köln und der Stadt Dor­magen, ist da nicht un­be­dingt die erste Wahl. Un­sere lo­ka­len Politiker, die im Auf­sichtsrat des Un­ter­neh­mens sitzen, hö­ren das sicher nicht gerne, denn der Haushalt der Stadt pro­fitiert auch von den Ge­winnen der evd. Ein Wechsel zu einem ande­ren Anbieter ist im In­ter­net ganz einfach und vor allem mit keinem Qua­li­täts­ver­lust verbun­den, wenn man nicht un­be­dingt auf eine örtliche Ge­schäfts­stelle Wert legt. Nach einem neuen Ge­setz muss der Anbie­ter­wech­sel innerhalb von drei Wo­chen voll­zogen sein.

Das Vergleichsportal Veri­vox (www.verivox.de) listet allein für Strom bei einem Ver­brauch von 4000 kW/h im Jahr 295 mögliche Tarife auf, die in Dormagen ge­bucht wer­den können. Beim Grund­ver­sorgungstarif belegt die evd Platz 246, das günstigste Ange­bot des lokalen An­bie­ters steht auf Platz 203. Dabei sind weder Tarife mit Vor­auskasse, Kau­tion oder Bo­nus be­rück­sich­tigt. Es gibt also mindestens 202 Tarife anderer Lie­fe­ran­ten, die zum Teil deutlich preiswer­ter sind. So lassen sich im günstigsten Fall knapp 225 Euro im Jahr sparen.

Bei Gas sieht die Situation ähnlich aus: Bei einem Ver­brauch von 20.000 kW/h im Jahr werden 172 Tarife für Dormagen-Mitte aufgelistet. Der Tarif „evd Erdgas on­line“ steht auf Platz 130, der Tarif „evd Erdgas komplett“ auf Platz 136, der Tarif „evd Erdgas klassik“ sogar auf Platz 161 nahe am teuren Ende. Einsparungen von rund 430 Euro im Jahr sind drin, wenn Sie sich den richtigen Anbieter aussu­chen. Auch hier sind weder Tarife mit Kaution, Voraus­kasse oder Bonus berück­sichtigt. (Alle Angaben mit Stand vom 24. Januar 2015)


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