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© Grafik: Stadt Dormagen


Schmutz im Trinkwasser?

Dormagen, 1. Juli 2016 – Und wieder hat die Ge­schäfts­füh­rung der Kreiswerke Gre­ven­broich GmbH sich nicht ge­traut, unerwünschte, kritische Fragen von Journalisten zu be­ant­wor­ten. Zum wie­der­hol­ten Male fiel eine ent­spre­chen­de Bilanz-Pres­se­kon­fe­renz aus. Sonst nutzt man doch jede Gelegenheit, sein strahlendes Gesicht in eine Kamera zu halten, und sei das Ereignis noch so unwichtig.
Der Geschäftsführer Stefan Stelten (Jahresgehalt 2015 gemäß Geschäftsbericht: 153.870,33 Euro ein­schließlich Sachleistungen z.B. Dienstwagen) er­laubte sich sogar in anderem Zusammenhang, einen Ein­zel­nen aus dem Berufsstand als „Schmierfinken“ zu be­zeich­nen. Stattdessen legten die Kreiswerke Gre­ven­broich eine zwar umfangreiche, aber nur die Sicht­wei­se von Geschäftsführung und Aufsichtsrat be­schö­ni­gende Darstellung des Geschäftsverlaufs 2015 in schriftlicher Form vor. Das entspricht wohl dem ei­gen­en Selbstverständnis des Mo­no­pol­an­bie­ters für Trinkwasser für etwa die Hälfte der Be­woh­ner des Rhein-Kreises Neuss, dem auch keiner der 26.998 Dor­ma­gener „Anschlusspflichtigen“ entgehen kann.
Immerhin, so viel kann man im Geschäftsbericht nach­le­sen: „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir seit 2004 und damit nun bereits seit 12 Jahren un­se­ren Wasserpreis nicht verändert haben. Diese Sta­bi­li­tät ist ein Kennzeichen unseres Unternehmens und nicht selbstverständlich. Aufsichtsrat, Ge­schäfts­füh­rung und die engagierten Mitarbeiter der Kreiswerke Grevenbroich GmbH stehen für diese erfolgreiche Ar­beit im Interesse unserer Kunden in den ver­gan­gen­en Jahren. Eine solche besondere Preispolitik hat auch in der Zukunft Bestand.“ Die letzte Aussage ist ja wohl ein Versprechen, dass die Preise auch in naher Zu­kunft nicht steigen werden. Ob das auch für Dor­ma­gen gilt, ist offen, denn ab dem 1. Januar 2017 über­nimmt die evd (Energieversorgung Dormagen GmbH) hier die Trinkwasserversorgung.
Nicht gestellt werden konnte zum Beispiel die Frage, ob die Beteiligung der Kreiswerke Grevenbroich an der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Was­ser­for­schung gemeinnützige GmbH, die gleichzeitig mit dem Gesundheitsamt der Rhein-Kreises Neuss die Wasserqualität überprüft, nicht zu In­ter­es­sen­konflik­ten führen kann. Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH gehört der Verwaltungsgesellschaft des Rhein-Krei­ses Neuss, die eine 100-Prozent-Tochter des Rhein-Krei­ses Neuss ist, zu dem ebenfalls das Ge­sund­heits­amt gehört. Wer kennt nicht den Spruch: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Woanders nennt man das Vetternwirtschaft.
Auch nicht gefragt werden konnte, was man mit der um 1,7 Millionen Euro auf jetzt 21,3 Millionen Euro erhöhten Rücklage (Eigenkapitalquote 71 Prozent) ge­plant ist. Seit Jahren verweigert man Antworten, denn: „Neben den allgemeinen Risiken in der Was­ser­ver­sor­gung (z.B. Wasserverunreinigungen, Rohr­brü­che) bestehen keine nennenswerten un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Risiken“, steht im Geschäftsbericht.
Interessant wäre auch die Frage, warum Ge­schäfts­führer Stelten im Jahr 2015 eine (kleine) Ge­halts­er­hö­hung (im Jahr 2014 waren es satte 8,5 Prozent) be­kom­men hat, das Gehalt des weiteren Ge­schäfts­füh­rers Ingolf Graul, der gleichzeitig Kämmerer des Rhein-Kreises Neuss ist, mit 4.696,80 Euro im Jahr unverändert geblieben ist. Hat diese Regelung Leis­tungs­be­zug?
Die Kreiswerke Grevenbroich haben im Jahr 2015 Mit­ar­bei­terdarlehen in Höhe von 68.000 Euro (Vor­jahr 64.000 Euro) ausgegeben. Wie hoch ist der Zinssatz? Sind die Darlehnsnehmer in Lei­tungs­funk­tionen?
Die Beteiligung der Öffentlichen Hand an pri­vat­wirt­schaft­lich organisierten Unternehmen mag sinnvoll sein. Oft wird sie missbraucht, um Schat­ten­haus­hal­te zu verschleiern, um „verdiente“ Mitarbeiter oder Freun­de (Geschäftsführer Stelten war früher So­zial­de­zer­nent im Rhein-Kreis Neuss) zu versorgen oder abzuschieben und um sich hinter dem gesetzlichen Schutz einer GmbH um Auskunftspflichten he­rum­zu­drücken.
Wie wir wissen, sind lange nicht alle GmbH-­Ge­schäfts­führer „Gutmenschen“. Deshalb sollte ihnen im Detail auf die Finger geschaut werden. Skandale gibt es zu Hauf. „Schmierfinken“ können halt ziemlich unangenehm sein und den „guten Ruf“ be­schmut­zen.



Abschied von Kai Uffelmann

Dormagen, 29. Mai 2015 – Die Goldene Mün­ze der Stadt Dormagen gab’s zum Abschied für den ausscheidenden Ersten Bei­ge­ord­ne­ten Kai Uf­felmann (Foto). Ab dem kom­men­den Montag sitzt er auf sei­nem neuen Sessel als Kreisrat in Winsen an der Luhe (bei Ham­burg).



Die Belle Étage in dritten Stockwerk des Rathauses war nicht wiederzuerkennen. Wo sonst büro­kra­ti­sche, nüchterne und geschäftige Sachlichkeit herrscht, war ein meterlanges Buffet mit Fingerfood und einer leckeren heißen Suppe aufgebaut. Kölsch, Sekt und Antialkoholisches wurde gereicht. Im ehe­ma­ligen Ratssaal sammelte sich die Crème de la Crème aus Dormagen und Umgebung dicht an dicht. Die Na­mensliste der Prominenten würde hier den Rah­men sprengen. Alle waren gekommen, um sich persönlich zu verabschieden von einem gebürtigen Frankfurter mit mün­sterländer Ambitionen, der sich nach einer vier­jäh­rigen Zwischenstation in Dor­ma­gen anschickt, den hohen Norden zu erobern.
Dort will er künftig Wurzeln schlagen, seine Karriere fortführen. Die Weichen für ein Eigenheim für sich und seine Familie sind schon gestellt, in gut er­reich­barer Fahr­rad­nähe (trotz Dienstwagen) zur Kreis­ver­waltung, seinem neu­en Dienstsitz. Das war ein Ab­schied mit vielen la­chen­den Augen, zwischendurch auch mal einem ern­sten, fast traurigen Ge­sichts­aus­druck des zu Ver­ab­schiedeten und einer launigen, freundschaftlich ge­präg­ten Rede von Bürgermeister Erik Lie­ren­feld, der ihm neben der wertvollen Ge­denk­mün­ze als Andenken an sein Schaffen in Dor­ma­gen einem Südwester (wasserdichte Kopfbedeckung für See­fah­rer, wird meist aus Öltuch hergestellt) gegen er­wart­bare stürmische Zeiten nahe der Meere und an der Elbe überreichte.

Das Personalkarussell
im Rathaus dreht sich

Dormagen, 9. April 2015 – Bürgermeister Erik Lierenfeld muss handeln. Der Weggang des Ers­ten Beigeordneten und Kämmerers Kai Uf­felmann per 31. Mai zum Landkreis Har­burg (bei Hamburg) löst in der Stadt­ver­waltung eine gan­ze Rei­he von Veränderungen aus. Erik Lie­ren­feld will entgegen früherer SPD­-Meinung die Chance nutzen, die Ver­wal­tungs­spitze auf nur noch drei Personen zu ver­kleinern – Bür­ger­meister und zwei Bei­ge­ordnete als Wahl­be­amte. Damit fielen län­ger­fristig die von Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoff­mann als „Not­lö­sung“ eingeführten De­zer­nen­ten­stellen weg – eine Einsparung von rund 120.000 Euro an Personalkosten im Jahr und gleichzeitig Weg­fall einer Hierarchieebene.
Da es bis zur Wahl eines Nachfolgers von Kai Uf­fel­mann durchaus Jahresende sein könnte, muss der Ge­schäftsverteilungsplan geändert werden, damit der „Laden“ weiterlaufen kann. Erste Nutznießerin ist die jetzige Dezernentin Tanja Gaspers. Sie über­nimmt ab 1. Juni die Kämmerei als Dezernentin und wird damit verantwortlich für den kommenden Haus­haltsplan. Vorgesehen ist, sie später auch zur Bei­ge­ord­neten und Kämmerin aufzuwerten. Ab­wan­de­rungs­gelüste habe sie, so der Bürgermeister, dann wohl nicht mehr. Denn ihr Karriereziel, Wahlbeamtin zu werden, sei ja erst einmal erfüllt.
Auch Dezernent Gerd Trzeszkowski wird al­ters­be­dingt spätestens am 30. April 2017 ausscheiden. Das sei jetzt schon abzusehen. Bis dahin soll er ab 1. Juni zum weiteren allgemeinen Vertreter des Bür­ger­meis­ters ernannt werden, um mindestens drei hand­lungs­fähige Personen in der Verwaltungsspitze zu haben.
Die Lücke in der obersten Verwaltungsebene soll ein neuer Erster Beigeordneter auffüllen. Der Rat soll in seiner Sitzung am 21. April die Aus­schrei­bungs­un­terlagen beschließen. Gesucht wird idealerweise ein Volljurist, der nach den jetzigen Plänen die Be­rei­che Sicherheit und Ordnung, Feuerwehr und Ret­tungs­dienst, Bildung und Kultur, Jugend, Soziales, Woh­nen und Schule und die Aufsicht über den Dor­magener Sozialdienst übernehmen und als all­ge­meiner Ver­tre­ter des Bürgermeisters fungieren soll.
Ausdrücklich erwünscht seien auch Bewerbungen von Frauen. Es bestünde also die theoretische Chan­ce, dass die künftige Verwaltungsspitze zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt ist. Damit wäre die von oben verordnete Frauenquote deutlich übererfüllt. Für Erik Lierenfeld als dann möglicher „Hahn im Korb“ viel­leicht eine verlockende Vorstellung.
Dem Vernehmen nach ist allerdings parteiintern schon alles klar: In Köln steht wohl schon ein Wunsch­kandidat der SPD in den Startlöchern. Ent­scheiden über die Besetzung der Stelle wird al­ler­dings der Rat. Die Vorauswahl trifft eine Fin­dungs­kom­mission aus Vertretern aller Ratsparteien.
Die Stellenausschreibung soll kostengünstig gestaltet werden. Eine Unternehmensberatung (mit Kosten von rund 50.000 Euro) soll nicht eingeschaltet wer­den. Einzig Anzeigen in der FAZ und in einschlägigen Internetportalen und auf der Homepage der Stadt Dormagen sollen die Kosten auf rund 9.000 Euro be­grenzen.

Lierenfeld BM-Kandidat der SPD

Dormagen, 18. Januar 2014 – Nun hat sich auch die SPD entschieden. Ratsherr Erik Lie­renfeld soll demnächst von der Mit­glie­der­ver­sammlung zum Bürgermeisterkandidaten der Sozialdemokraten in Dormagen nominiert werden, teilte die SPD gestern mit.
Der Politik-Youngster Lierenfeld (27 Jahre alt) be­kleidet derzeit nebenbei hier das Amt eines stell­ver­tretenden (ehrenamtlichen) Bürgermeisters und ist gleichzeitig Stadtverbandsvorsitzender seiner Partei. Er tritt gegen den starken CDU-Kandidaten und jet­zi­gen hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Dor­ma­gen, Peter-Olaf Hoffmann und den Zentrums-Kan­di­da­ten Hans-Joachim Woitzik am 25. Mai zur Wahl um den Posten des zukünftigen Ver­wal­tungs­chefs im Rathaus an.

Förderverein spendet Musikinstrumente

Dormagen, 12. Mai 2013 - Auch in diesem Jahr schenkt der Förderverein der städ­ti­schen Musikschule Musikinstrumente im Wert von fast 3.700 Euro. Das teilte der Vor­sit­zende des Fördervereins der Musikschule, Wolfgang Horst, in der letzten Vorstands­sit­zung mit. Und das solle auch in den kom­menden Jahren so bleiben.
So kann sich Bärbel Hölzing, Leiterin der Musik­schule, darüber freuen, dass auf ihren Vor­schlag hin der Förderverein Instrumente im Wert von 1.800 Euro für das laufende Jahr bewilligt hat.
Mit einem Zuschuß wird man auch die seit 50 Jahren bestehende Städtepartnerschaft Dormagen - St. An­dré unterstützen. Es sei ein Auftritt des Mu­sik­schul­orchesters mit etwa 40 Jugendlichen in der Part­ner­stadt fest eingeplant.
Positiv wurde die Teilnahme am „Kulturrucksack“ der beiden Städte Dormagen und Monheim begrüßt. Hier bereichert die Mu­sik­schule mit zahlreichen Dar­bie­tungen das Kul­tur­pro­gramm beider Städte.
Am 7. Juli steht das traditionelle Musikschulfest an der Langemarckstraße auf dem Programm. Erst­ma­lig wird eine Hüpfburg neben anderen Attraktivitäten das Rahmenprogramm erweitern, konnte Kristin Schulz, stellvertretende Vorsitzende, stolz ver­mel­den. Er­war­tet werden auch wieder zahlreiche Auf­tritte von En­sem­bles und Gruppen der Musik­schule Dormagen. Es wird eine Leistungsschau der Musiker der städtischen Kultureinrichtung werden. Alle Bür­gerinnen und Bür­ger sind herzlich eingeladen.

Dipl. Ing. Klemens Diekmann
wird neuer evd-Geschäftsführer

Dormagen, 13. Januar 2013 – Der zukünftige Chef in der evd (Energieversorgung Dor­ma­gen GmbH) hat jetzt auch ein Gesicht: Der Aufsichtsrat des örtlichen Energie- und Was­serversorgers hat sich in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten für Dipl. Ing. Klemens Diekmann (49, Foto rechts) entschieden.
Der Vertrag sei bereits unterschrieben, verkündete Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann heute beim Neujahrsempfang der Stadt im Leibniz-Gynasium vor mehreren hundert geladenen Gästen.
Klemens Diekmann war seit 2009 Geschäftsführer bei den Stadtwerken in Haltern am See (nördliches Ruhrgebiet). Er löst den nach 28 Jahren auf eigenen Wunsch vor dem eigentlichen Vertragsende aus dem Amt scheidenden jetzigen Geschäftsführer Rudolf Esser spätestens zum 30. Juni des Jahres ab. Wann Klemens Diekmann genau nach Dormagen kommt, entscheidet sein bisheriger Brötchengeber mit der entsprechenden Freigabe. Diekmann möch­te auf jeden Fall vorher die Gelegenheit nutzen, sich hier einzuarbeiten. Da die Stadt Dormagen die Mehrheit (51 Prozent) an dem örtlichen Versorger hält, freut sich (nicht nur) Kämmerer Kai Uffelmann (Foto links) auf frischen Wind in der städtischen Toch­ter­ge­sell­schaft.

BI BAD sammelt 6.631 Unterschriften

Dormagen, 18. Oktober 2012 – Die BI BAD hat heute vier Aktenordner mit insgesamt 6.631 Unterschriften zu ihrem Bür­ger­begehren an Bürgermeister Peter-Olaf Hoff­mann über­ge­ben. Nun muss der Stadtrat am 6. November über das Anliegen von Elke Zaum, Kerstin Born (Foto v.l.) und ihren Mitstreitern aus Nievenheim entscheiden, ob das dortige Hallenbad erhalten bleibt und in einen ak­zeptablen Zustand versetzt werden soll.
Lehnt der Rat das Bürgerbegehren in seiner näch­sten Sitzung am 6. November ab – wie schon am 1. Oktober den Antrag zur Römer Therme – findet ein Bürgerentscheid innerhalb einer Drei-Monats-Frist bis spätestens 6. Februar 2013 in Dormagen statt. Das wäre dann der zweite in der Stadt­ge­schichte. Kerstin Born: „Wir wollten keinen Bür­gerentscheid in der Weihnachtszeit. Deshalb ge­ben wir die Unterschriften auch erst heute ab.“
„Die Verwaltung wird die Unterschriften bis zur Rats­sitzung geprüft haben. Dann entscheiden die Politiker, wie es weitergeht.“ erläutert Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoffmann die kommenden Schrit­te.
Die BI BAD hatte bereits in den ersten Tagen ihrer Aktion in Nievenheim und der näheren Umgebung mehr als 3.000 Unterschriften gesammelt. „Da aber ganz Dormagen entscheiden sollte, haben wir da­nach auch alle anderen Stadtteile besucht und bei der Bürgern nachgefragt.“ verrät Kerstin Born über das Zustandekommen der Listen. Allein rund um das Einkaufszentrum an der Mathias-Giesen-Straße sind an nur zwei Aktionstagen der Bürgerinitiative mehr als 1.500 Unterschriften von Befürwortern zusammen gekommen. Im Gegensatz zum Bür­ger­antrag zur Römer Therme steht kein mit­glieder- und fi­nanz­star­ker Verein mit wirt­schaft­lichen Interessen hinter den Aktivisten aus Nie­venheim. Alle Aktionen der BI BAD werden aus Privatschatullen bezahlt. Dabei wurden sie sogar von Bürgern aus dem Neusser Süden personell unterstützt.



Vandalen beschädigten mindestens neun Pkw

Dormagen 31. März 2013 - In der Nacht zum Oster­sonntag wüteten Vandalen in Nie­ven­heim. Sie beschädigten mutwillig zahl­rei­che Pkw. Die Spur der Schäden zieht sich von der Straße „Am Norfbach“ über die Straße „Auf der Hardt“ bis zur Koniferen- und zur Pla­ta­nen­straße.
Mutwillig wurden Spiegel abgetreten und andere Schäden verursacht. In vielen Fällen deutet die Spu­renlage darauf hin, dass die Täter über die Fahrzeuge gelaufen sind und dadurch erhebliche Schäden ver­ur­sacht haben. Bisher wurden der Po­li­zei neun Fälle bekannt.
Ersten Ermittlungen zufolge dürfte es sich bei den Tätern um drei Jugendliche handeln, die in der Nacht gegen 03:30 Uhr im Bereich „Am Norfbach“ und „An der Birk“ beobachtet wurden. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, sollte sich mit der Polizei im Rhein-Kreis-Neuss, Telefon 02131 3000 in Ver­bindung setzen.

Falscher Wasserwerker unterwegs

Dormagen, 23. Juli 2012 - Ein unbekannter Mann klingelte vergangenen Samstag vor­mit­tags an der Wohnungstür einer Seniorin auf der Langemarkstraße und gab sich als Mit­ar­beiter der „Wasserwerke NRW“ aus. Er zückte kurz einen Ausweis, vermittelte einen se­ri­ösen Eindruck und verschaffte sich so Zugang zur Wohnung der älteren Frau.
In einem unbeobachteten Moment durchsuchte der Unbekannte das Schlafzimmer nach Wertsachen und ließ eine Schmuckschatulle mitgehen. Nachdem er das Haus verlassen hatte, wurde die Seniorin misstrauisch und stellte fest, dass sie einem drei­sten Trickdieb aufgesessen war. Die eingeleitete Fahndung der Polizei blieb bislang erfolglos. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Täter wird wie folgt beschrieben: Circa 40 Jahre alt, schlanke Figur, bekleidet mit Jeans, T-Shirt, schwarz-weißen Turnschuhen und Base­ball­cap. Er sprach hochdeutsch und hatte ein gepflegtes Er­scheinungsbild.
Hinweise zur verdächtigen Person oder möglichen anderen Opfern des Trickdiebes unter der Te­le­fon­nummer 02131 3000 an die Polizei.


Die Kämmerin legte im Rat den Haushaltsentwurf 2018 vor:

„Strukturell

nicht ausgeglichen“

Dormagen, 7. September 2017 – Kämmerin Tanja Gas­pers hat in der heutigen Sitzung des Stadtrates den Ent­wurf des städtischen Haushaltes für das kom­men­de Jahr vorgestellt. Ordentlichen Erträgen von 155,6 Mil­lio­nen Euro stehen Auf­wen­dun­gen von 158,3 Mil­lio­nen Eu­ro gegenüber. Das Haus­halts­jahr 2018 wird also nach jet­zi­gen Planungen mit einem Verlust in Höhe von 2,4 Millionen Euro schließen.

Das wird uns nicht aus der Bahn werfen, denn nach jetzigen Be­rech­nun­gen können 8,1 Millionen Euro allein dieses Jahr der Aus­gleichs­rück­la­ge zugeführt werden, denn die Ein­nah­men la­gen deut­lich über den Erwartungen. Gaspers: „Die Zu­füh­run­gen wer­den uns davor bewahren, wieder in die Haus­halts­si­che­rung zu­rück­zu­fal­len. Das wird nach gegenwärtigem Stand dazu führen, dass wir den Löwenanteil der Rücklage gleich wieder aufzehren werden.“

Es ist schon absurd: Die gestiegenen Gewerbesteuererträge der Stadt führten einerseits zu deutlich geringeren Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen des Landes. Auf der anderen Seite gebe es mas­siv stei­gen­de Aufwendungen – vor allem im Bereich der Kin­der­be­treu­ung, wo immer noch mehr getan werden müsse, um den Wünschen und Rechten der Eltern gerecht zu wer­den, be­grün­de­te die Kämmerin. „Ich kann nur dazu raten, den Haus­halt im Ganzen sorgsam im Auge zu behalten“ gab sie den Ratsmitgliedern mit auf den Weg in die Haus­halts­be­ra­tun­gen der Fraktionen, denn: „Das Budgetrecht liegt ganz klar bei Ihnen, dem Rat“ und ver­pass­te damit überzogenen Wün­schen der Politik von vorne herein eine Bremse.

Das Zahlenwerk sehe erhebliche Investitionen in die Zukunft der Stadt vor. 22,5 Millionen Euro sollen allein für die Aus­stat­tung der Schulen, den Straßenbau und die Feuerwehr aus­ge­ge­ben werden. Mehr ginge nicht. Man müsse sich im Ge­gen­teil eher fragen, wo im Gegenzug Mehraufwendungen be­schränkt werden könnten. Erträge aus Grundstücksverkäufen seien we­sent­li­cher Bestandteil der Haushaltsplanung. Die fielen aber in den Folgejahren weg. Dann wäre der Ausgleich trotz Rücklage nicht darstellbar.

Für die Bürger und das Gewerbe hatte Gaspers gute Nach­rich­ten im Gepäck: Weder die Gewerbesteuersätze noch die Grundsteuer für die Hausbesitzer soll steigen. Auch die Bei­trä­ge sollen stabil blei­ben. Im regionalen Vergleich befinde sich Dormagen damit auf attraktivem Niveau. Auch die Schlie­ßung von Einrichtungen ist nach Aussage der Kämmerin nicht vor­ge­se­hen. „Das wäre ein fal­sches Signal. Allerdings: Wie lan­ge wir uns das noch leisten kön­nen, wird auch von der Lan­des­po­li­tik abhängen.“ Noch ist das Ge­mein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz 2018 des Landes nicht ver­ab­schie­det.

Nach dem Bereich Jugend, Schule, Soziales und Wohnen ist der Per­so­nal­aufwand mit 35,6 Millionen Euro der dickste Aus­ga­ben­brocken im Entwurf des Haushaltsplanes – mit 2,4 Mil­lio­nen Euro mehr, als im laufenden Haushaltsjahr. Be­sol­dungs­er­hö­hun­gen im Beamtenbereich seien bereits ein­kal­ku­liert. Bei den Angestellten rechnet die Kämmerin mit einem Pro­zent Ta­rif­er­höhungen. Die Steigerungen bei den Per­so­nal­kos­ten lie­gen aber nicht nur daran. Bei der Feuerwehr sollen vier An­wär­ter neu eingestellt werden und die Kin­der­ta­ges­stät­ten be­kä­men auch 130.000 Euro für weitere Mit­ar­bei­ter.

Um Grundstücke erwerben zu können (die später mit Gewinn verkauft werden sollen) plant Tanja Gaspers 8,7 Millionen Eu­ro ein. Baumaßnahmen für 3,8 Millionen Euro (meist Stra­ßen­bau) und der Erwerb von „beweglichem Vermögen“ in Höhe von 4,7 Millionen Euro sollen im Kern in die Bereiche Schule und Feu­er­wehr / Rettungsdienst fließen. Diese Investitionen will sie mit ei­ner Kreditermächtigung in Höhe von 8,2 Mil­lio­nen Euro fi­nan­zie­ren, um langfristiges Anlagevermögen auch langfristig zu fi­nan­zie­ren. So soll der Bereich der kurzfristigen Kas­sen­kre­di­te entlastet werden. Das Zinsänderungsrisiko wer­de so be­grenzt.

Wer sich im Detail über den Haushaltsentwurf informieren will, kann sich auf den Internet-Seiten der Stadt (www.stadt-dor­ma­gen.de) umsehen. Innerhalb der nächsten zwei Wo­chen wird auch das Onlinetool IKVS entsprechend mit Da­ten befüllt sein.

Der Deichverband Dormagen-Zons diskutierte die „Hinterläufigkeit“, aber:

„Wo ist das Deichamt?“



Dormagen, 12. August 2017 – „Wo ist das Deichamt?“ frag­te ein Erbentagsmitglied. Denn vier (von sieben) Stüh­len am Tisch des Deichamtes bei der letzten Sit­zung des Erbentages („Parlament“ des Deich­ver­ban­des) in der Zonser Feuerwache blieben leer. Deichgräf Joachim Fi­scher war das sichtlich „pein­lich“. Der neue Ge­schäfts­füh­rer Wilfried Schnitzler hatte schon lange vorher auf seinen Urlaub hingewiesen. Ebenso die Heim­rä­te Peter Fuchs und Hartmut Aschenbruck. Heim­rat Jan Pe­ters hat­te kurzfristig wegen eines be­ruf­li­chen Termins ab­ge­sagt. Zumindest der Erbentag war mit 13 von 14 Mit­glie­dern fast vollständig er­schie­nen. Immer ist das aber auch nicht der Fall.

Dabei stand Wichtiges zum Sachstand der Planungen auf der Ta­ges­ord­nung: der Leitdeich auf dem Grind. Der Leit­deich­kopf muss im Zuge der „großen Lösung“ saniert werden, aber auch der Rest des Leitdeiches? Eine Frage der Kosten und der Lan­des­zu­schüs­se. Welche Funktion der Leitdeich hat, soll Prof. Dr.-Ing. Holger Schütt­rumpf vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen in einem Gut­ach­ten klären.

Ungeklärt ist auch die Frage der „Hinterläufigkeit“. Wenn der Deich im Abschnitt Dormagen saniert ist, läuft dann bei dem größ­ten anzunehmenden Hochwasser von hinten, also aus dem Kölner Süden oder bei Uedesheim Wasser ins Ver­bands­ge­biet? Im Norden und im Süden sind die Deiche nämlich nicht so hoch, wie hier nach der Sanierung. Das würde die ge­plan­ten rund 60 Mil­lio­nen Euro teuren Baumaßnahmen zur Farce werden lassen, würde dem Schutzsinn der Bauwerke zu­wider laufen, würde für viele Dormagener trotzdem „nasse Füße“ bedeuten.

Professor Schüttrumpf soll deshalb in einem Strö­mungs­gut­ach­ten klären, welche Gebiete gefährdet sind. Dafür will er aber den gesamten Bereich zwischen Köln und Düsseldorf be­trach­ten, weil nur ein großräumiger Überblick sinnvoll sei. Die Aufträge für die Gutachten sind noch nicht vergeben. Nicht an­ge­spro­chen wurde die Frage, ob Köln, Düsseldorf und Neuss sich an den Kosten be­tei­li­gen könnten, denn das Er­geb­nis kann auch für diese Ver­bands­ge­biete wichtig sein.

Erbentagsmitglied Max-Josef Kallen: „Wir müssen wissen, was rechts und links passiert.“ Deichgräf Joachim Fischer dazu: „Wir bauen die Verteidigungslinie am Rhein!“ Daraus entstand die Fra­ge: Was ist wichtiger? Ein zügiger Plan­fest­stel­lungs­be­schluss der Be­zirks­re­gie­rung, der möglicherweise nicht voll­stän­dig ist, oder kann man auch später noch Nachbessern, ohne den Baubeginn und Zuschusshöhe zu beeinflussen? Franz Bauers, stell­ver­tre­ten­der Deichgräf, wies darauf hin, dass das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren rund zwei Jahre dauern werde. Der Regierungspräsident je­den­falls messe dem Thema „Hinterläufigkeit“ wohl keine große Be­deu­tung zu, war weiter zu hören. Franz Bauers: „Soll aus der ‚großen Lösung’ eine ‚Super große Lösung’ werden? Das Baupaket muss komplett geschnürt werden!“ und Deichgräf Fischer er­gänz­te mit der Frage: „Machen wir ein Jahr Pause, oder machen wir weiter?“ Eine Probeabstimmung im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung soll­te die Meinung im Erbentag testen. Ergebnis un­be­kannt. End­gül­tig klären soll das der Erbentag am 4. September.

Beide Gutachten kosten nicht nur je rund 30.000 Euro, son­dern auch mindestens sechs Monate Zeit. Und die hat der Deich­ver­band eigentlich nicht. Bereits Ende September, also in wenigen Wochen, soll gemäß Zeit­plan der Antrag auf Plan­fest­stel­lung zur Genehmigung beim Re­gie­rungs­prä­si­den­ten ein­ge­reicht werden. Damit möglichst bald mit dem Bauen be­gon­nen werden kann. Eine Verzögerung, und damit auch die Frage der Höhe der Landeszuschüsse, will man sich ei­gent­lich nicht leisten. Er­ben­tags­mitg­lied Parmatat warnte: „Im jetzigen Zu­stand ist ein Deichbruch vorprogrammiert.“

Einvernehmlich verabschiedete der Erbentag eine Ergänzung der Satzung um neue Veranlagungsregeln für technische An­la­gen (Stra­ßen­la­ter­nen, Stromkästen usw.), die schon mit den nächsten Bescheiden Wirkung entfalten und die Einahmen des Verbandes verbessern soll.

Mit versöhnlichen Tönen verabschiedete Deichgräf Joachim Fi­scher (Foto oben re.) den nach nur zweieinviertel Jahren aus­ge­schie­den­en eh­ren­amt­li­chen Geschäftsführer des Deich­ver­bandes, Wilfried Schellen. Er sei „die gute Seele des Ver­ban­des“ gewesen. Der versprach, er wolle sein Wissen als Mensch, nicht als Amts­trä­ger, weiter dem Deichverband zur Verfügung stellen.

Der Erweiterungsbau des Kreisarchivs in der Zonser Altstadt ist bald bezugsfertig:

Das Archiv zieht um –
eine logistische Höchstleistung



Dormagen, 7. August 2017 – Zehntausende von Ar­chi­va­lien, Kartons, Bücher, mittelalterliche Urkunden, Gra­fi­ken, aber auch Tonbänder, DVDs, Fotos, Dias, Ma­nu­skrip­te und Hand­ak­ten ziehen demnächst in den Er­wei­te­rungs­neu­bau in Zons. Wann das genau sein wird, konn­te Kreis­kul­tur­de­zer­nent Till­mann Lonnes (2. v.l. klei­nes Foto unten) heute nicht sagen: „Das hängt da­von ab, wann die klimatischen Voraussetzung in den neu­en Magazinräumen erreicht sind. Denn noch gibt es Baufeuchte in Wänden und Boden.“ Bis zum Jah­res­en­de soll aber alles über die Bühne gegangen sein, hofft Lon­nes. Früher wurde ein Neubau „troc­ken­ge­wohnt“. Heute erledigt das Kli­ma­ti­sie­rungs­tech­nik, al­ler­dings hier ohne Klimaanlage. Die bau­sei­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen sollen die Unterbringung bei möglichst konstant 18 Grad und 50 Prozent Luftfeuchte im Kel­ler des Neubaus schaffen.



Dr. Stephen Schröder (Foto oben in den jetzigen Ar­chiv­räu­men) hat mit seinen Mitarbeitern wochenlang im Detail ge­plant, was wohin kommt und dabei manchen „Schatz“ wie­der­ent­deckt, der aus Platzgründen in irgendeiner Ecke schlum­mer­te, obwohl na­tür­lich bekannt war, dass er ir­gend­wo sein musste. Eine lo­gis­ti­sche Höchstleistung. Denn immerhin müs­sen eigentlich gleich vier unter einem Dach beheimatete Ar­chi­ve systematisch ge­ord­net, in die neuen Räume um­zie­hen: das Archiv der Rhein-Kreises Neuss, das der Stadt Dor­ma­gen und der Gemeinde Rom­mers­kir­chen und das In­ter­na­tio­nale Mund­art­archiv „Ludwig Soumagne“.

Da Archive die Eigenschaft haben, zu wachsen, muss bei der Ein­la­ge­rung der Platz für mögliche Erweiterungen mit be­rück­sich­tigt werden. Auch das will natürlich im Detail geplant sein. In den neuen Magazinräumen im Keller des Neubaus auf dem Grund­stück des ehemaligen Zonser Bürgerhauses (Baukosten rund 6,4 Millionen Euro, 640 Quadratmeter Magazinfläche) ste­hen mehr als vier Kilometer Regalfläche zur Verfügung. Et­wa die Hälfte da­von wird nach dem Umzug belegt sein. Das solle, so hofft Schrö­der, für die nächsten dreißig Jahre rei­chen.

Der größte Teil des Umzugsgutes wird von einem Fach­un­ter­neh­men professionell über die wenigen hundert Meter vom alten Standtort zum Neubau transportiert. Den kleineren, be­son­ders wertvollen Teil, etwa 15.000 Einzelstücke, werden die Mitarbeiter des Kreisarchivs persönlich zum Neubau tragen müssen, um sie ohne Gefährdung neu einlagern zu können. Der reine Umzug wird wohl nur etwa zwei Wochen in An­spruch nehmen. Trotzdem bleibt das Kreisarchiv rund vier Wo­chen für die Öffentlichkeit ge­schlos­sen, um alles teils neu be­schrif­tet und archiviert, sauber einordnen zu können.

Achim Thyssen vom Internationalen Mundartarchiv „Ludwig Sou­mag­ne“ freut sich schon darauf, dass im Neubau auch sei­ne tech­ni­schen Geräte (Laufwerke für CDs, Tonbänder und Kas­set­ten, Digitalisierungsmöglichkeiten) einen neuen, aus­rei­chend großen Platz finden. Ebenso wird die Werkstatt, ein Pä­da­go­gik­raum, Aus­stel­lungs­räu­me und natürlich ein Le­se­saal für die Öffentlichkeit, die Archivstücke einsehen kann, vor­han­den sein.

Der Umzug der Büroräume samt Arbeitsplätzen für die zehn Mit­ar­bei­ter innerhalb der Zonser Altstadt ist da sicherlich das klei­ne­re Problem. Die im Schloss Friedestrom im Süd- und Westtrakt freiwerdenden Räume bleiben den Archiven na­tür­lich erhalten für Akten, aber auch die gesamte Karten- und Grafiküberlieferung. So kann man sinnvoller ordnen und ar­chi­vie­ren.

Das evd Kundenforum verschwindet aus der Innenstadt:

Ein Anbau und die Erweiterung des
Geschäftsfeldes



Dormagen, 1. August 2017 – Schon zum Oktober, also in rund zwei Monaten, verlässt das Kundenforum der evd die Räume im hinteren Teil des Rathauses an der Cas­tellstraße. Alle sieb­zehn Arbeitsplätze werden in die Haupt­ver­wal­tung an die Mathias-Giesen-Straße 13 über­gangs­wei­se in sechs Container verlagert. In rund zwei Jah­ren soll die bisherige Zentrale durch einen An­bau an den bisherigen Baukörper mit ent­spre­chen­den Büro­räu­men erweitert sein. Bürgermeister Erik Lie­ren­feld und evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann stell­ten heute erste Pläne vor (Foto oben). Mit dem Bau soll Anfang 2018 begonnen werden.

Fast 1.100 Quadratmeter Nutzfläche soll der Erweiterungsbau ha­ben. Allerdings nicht nur für die Mitarbeiter der evd. „Rund die Hälfte der Fläche werden wir als Büros fremdvermieten. Mit den Mieteinnahmen soll der Erweiterungsbau zum Teil fi­nan­ziert wer­den“, erläuterte Klemens Diekmann heute. Die geplante Größe allein lässt ein mehrere Millionen-Euro-­Projekt erahnen, von rund drei Millionen Euro ist die Rede. Fi­nan­zie­ren will die evd das über einen städtischen Kredit. Der Aufsichtsrat der evd hatte Umzug und Anbau am 5. Juli be­schlos­sen, nachdem auch der Rat der Ver­än­de­rung zu­ge­stimmt hatte.

Hintergrund ist, dass die Stadtverwaltung dringend mehr Bü­ro­räu­me benötigt. Die zurzeit noch von der evd angemieteten Flä­chen möchte die Verwaltung nun für sich nutzen. Dort sol­len nach baulichen Anpassungen die städtischen Bereiche Kin­der, Jugend und Familie sowie Soziales Büros und Räume für den Pub­li­kums­ver­kehr erhalten – mit eigenem Eingang, da­mit der Haupt­ein­gang des Rathauses entlastet wird.

„Durch den Umzug bündelt sich die Dienst­leis­tungs­kom­pe­tenz der evd an einer zentralen Stelle.“ betonte Diekmann. „Wir in­ves­tie­ren hier in die Zukunft. In den vergangenen Jah­ren ist die evd stetig gewachsen und somit auch der Platz­be­darf. In der evd Ver­wal­tung findet sich, ähnlich wie in der Stadt­ver­wal­tung, keine freie Bürofläche mehr. Daher gab es schon länger die Überlegung, das Verwaltungsgebäude der evd baulich zu er­wei­tern.“ Pla­ne­risch wurde bereits beim Bau des Gebäudes im Jahr 2002 die Möglichkeit eines Anbaus ge­schaf­fen. „Daher sind die Be­din­gun­gen für die bauliche Er­wei­te­rung ideal“, so Diekmann. Auf Nach­fra­ge erwähnt er, dass die künftigen Be­su­cher (an der Cas­tell­straße waren es 2016 immerhin 10.679) mit ihren Anliegen innenstadtfern be­dient werden sollen. Die evd entfernt sich, nach einem 1A Standort an der Rat­haus­galerie auf der Kölner Straße, über die in­nen­stadtnahe Cas­tell­straße nun in ein Gewerbegebiet am Rande der In­nen­stadt. Einzig die Parkplatzsituation der Be­su­cher dürfte sich ver­bes­sern. Auf dem evd-Gelände sollen aus­rei­chend Stell­plät­ze zur Verfügung stehen. Diekmann sieht das an­ders: „Wir haben kaum Laufkundschaft.“

Auch wirtschaftlich lohne sich der Anbau für die evd, so Diek­mann. „Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat haben wir uns dazu entschlossen, die gesamte vorgesehene Anbaufläche zu nut­zen. Das bedeutet aber auch, dass das neue Gebäude mehr Fläche bie­ten wird, als die evd momentan nutzen kann.“ Des­halb auch die geplante Fremdvermietung. „Betrachtet man die kalkulierten Ein­nah­men durch die Vermietung, die derzeit güns­ti­gen Zins­si­tua­tion und die wegfallenden Miet­kos­ten für die Räume an der Cas­tell­straße, spart die evd lang­fris­tig mit dieser Lösung mehr als 16.000 Euro pro Jahr ein.“



Dazu passt, dass evd und die Stadt Dormagen heute die Ge­stat­tungs­ver­träge für Fernwärme um 20 Jahre verlängert ha­ben. Bür­ger­meister und Geschäftsführer unterzeichneten den neuen Kon­zes­sions­ver­trag heute (Foto). Die evd möchte im Stadtgebiet künf­tig den Anteil an Häusern, die mit um­welt­scho­nen­der Fern­wär­me heizen, erhöhen. Gebäude, die an einer Fernwärmeleitung liegen, bekommen heißes Wasser durch ein Rohrleitungssystem ins Haus geliefert und ver­sor­gen so die Heizkörper. Der Vertrag tritt ab dem 1. Januar 2018 in Kraft.

Bereits vor 20 Jahren hatten die Vertragspartner einen Fern­wär­me­ver­trag abgeschlossen. „Dieser galt allerdings nur für die Ver­sor­gung des Stadtteils Hackenbroich mit dem Heiz­werk an der Kruppstraße und die öffentlichen Einrichtungen rund um das Bettina-von-Arnim-Gymnasium und die Kreis­be­rufs­schu­le“, sagte Klemens Diekmann, der Geschäftsführer der evd. Der neu ge­schlos­se­ne Vertrag gilt für alle Dor­ma­ge­ner Stadtteile. „Hierdurch können wir die Fernwärmenetze weiter auszubauen und zu­künf­tig auch Nahwärmelösungen re­ali­sie­ren. Unser Ziel ist es, die neu­en Gebiete mehr als bisher mit regenerativer Wärme zu ver­sor­gen.“, sagte Diek­mann.

Die evd betreibt in Dormagen zwei leistungsfähige Heizwerke, die heißes Wasser mit einer Temperatur von mindestens 70 bis 90 Grad Celsius für Fernwärmezwecke produzieren: Die benötigte Wärme wird überwiegend mit Erdgas erzeugt. „Im vergangenen Jahr wurde das Heizwerk Nord erweitert, um den Wohnpark Am Rath mit seinen 755 Wohnungen daran an­zu­schlie­ßen. Zudem wurde ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) dort eingebaut. Ein BHKW kombiniert die Erzeugung von Strom und Wärme. Die so­ge­nann­te Kraft-Wärme-Kopp­lung ist eine Technik, mit der die ein­ge­setz­te Energie weit effektiver und umweltfreundlicher aus­ge­nutzt wird, als bei getrennter Strom- und Wärme-Erzeugung“, erklärt Christoph Reiter, Tech­ni­scher Leiter der evd. Die Ener­gie­ein­spa­rung lie­ge zwischen 30 und 50 Prozent.

Ob das zu einem Anschluß- und Benutzungszwang bei neuen Bau­ge­bieten im Einzelfall führt, wollte Diekmann nicht aus­schlie­ßen. Jedenfalls sichert sich die evd so zahlreiche neue Kunden, die dann lebenslang gebunden sind. Im Baugebiet Nievenheim IV allerdings bleibt es bei Gasanschlüssen. Da seien die Planungen schon zu weit fortgeschritten, um noch aktiv werden zu können, bedauerte Diekmann.

Auch die Stadt profitiere vom Ausbau des Wärmenetzes. Durch die Konzessionsabgaben erhalte sie ca. 5.400 Euro jähr­lich von der evd dafür, dass sie ihre öffentlichen Flächen (z.B. Straßen) für die Fernwärmeleitungen zur Verfügung stellt. „Die Ver­trags­ver­län­ge­rung sichert zugleich Ar­beits­plät­ze in unserer Stadt und stärkt langfristig unseren örtlichen Versorger“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der Ver­trags­un­terzeich­nung.

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Geld sparen bei
Strom und Gas

Energierverbraucher in Dor­magen könnten kräf­tig sparen, wenn sie sich nur den richtigen Ver­sor­ger aus­suchten. Der ört­liche Anbieter, die evd (Ener­gieversorgung Dor­magen GmbH), eine ge­mein­same Tochter der RheinEnergie Köln und der Stadt Dor­magen, ist da nicht un­be­dingt die erste Wahl. Un­sere lo­ka­len Politiker, die im Auf­sichtsrat des Un­ter­neh­mens sitzen, hö­ren das sicher nicht gerne, denn der Haushalt der Stadt pro­fitiert auch von den Ge­winnen der evd. Ein Wechsel zu einem ande­ren Anbieter ist im In­ter­net ganz einfach und vor allem mit keinem Qua­li­täts­ver­lust verbun­den, wenn man nicht un­be­dingt auf eine örtliche Ge­schäfts­stelle Wert legt. Nach einem neuen Ge­setz muss der Anbie­ter­wech­sel innerhalb von drei Wo­chen voll­zogen sein.

Das Vergleichsportal Veri­vox (www.verivox.de) listet allein für Strom bei einem Ver­brauch von 4000 kW/h im Jahr 295 mögliche Tarife auf, die in Dormagen ge­bucht wer­den können. Beim Grund­ver­sorgungstarif belegt die evd Platz 246, das günstigste Ange­bot des lokalen An­bie­ters steht auf Platz 203. Dabei sind weder Tarife mit Vor­auskasse, Kau­tion oder Bo­nus be­rück­sich­tigt. Es gibt also mindestens 202 Tarife anderer Lie­fe­ran­ten, die zum Teil deutlich preiswer­ter sind. So lassen sich im günstigsten Fall knapp 225 Euro im Jahr sparen.

Bei Gas sieht die Situation ähnlich aus: Bei einem Ver­brauch von 20.000 kW/h im Jahr werden 172 Tarife für Dormagen-Mitte aufgelistet. Der Tarif „evd Erdgas on­line“ steht auf Platz 130, der Tarif „evd Erdgas komplett“ auf Platz 136, der Tarif „evd Erdgas klassik“ sogar auf Platz 161 nahe am teuren Ende. Einsparungen von rund 430 Euro im Jahr sind drin, wenn Sie sich den richtigen Anbieter aussu­chen. Auch hier sind weder Tarife mit Kaution, Voraus­kasse oder Bonus berück­sichtigt. (Alle Angaben mit Stand vom 24. Januar 2015)


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