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© Fotos: Friedhelm Holleczek


Schmutz im Trinkwasser?

Dormagen, 1. Juli 2016 – Und wieder hat die Ge­schäfts­füh­rung der Kreiswerke Gre­ven­broich GmbH sich nicht ge­traut, unerwünschte, kritische Fragen von Journalisten zu be­ant­wor­ten. Zum wie­der­hol­ten Male fiel eine ent­spre­chen­de Bilanz-Pres­se­kon­fe­renz aus. Sonst nutzt man doch jede Gelegenheit, sein strahlendes Gesicht in eine Kamera zu halten, und sei das Ereignis noch so unwichtig.
Der Geschäftsführer Stefan Stelten (Jahresgehalt 2015 gemäß Geschäftsbericht: 153.870,33 Euro ein­schließlich Sachleistungen z.B. Dienstwagen) er­laubte sich sogar in anderem Zusammenhang, einen Ein­zel­nen aus dem Berufsstand als „Schmierfinken“ zu be­zeich­nen. Stattdessen legten die Kreiswerke Gre­ven­broich eine zwar umfangreiche, aber nur die Sicht­wei­se von Geschäftsführung und Aufsichtsrat be­schö­ni­gende Darstellung des Geschäftsverlaufs 2015 in schriftlicher Form vor. Das entspricht wohl dem ei­gen­en Selbstverständnis des Mo­no­pol­an­bie­ters für Trinkwasser für etwa die Hälfte der Be­woh­ner des Rhein-Kreises Neuss, dem auch keiner der 26.998 Dor­ma­gener „Anschlusspflichtigen“ entgehen kann.
Immerhin, so viel kann man im Geschäftsbericht nach­le­sen: „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir seit 2004 und damit nun bereits seit 12 Jahren un­se­ren Wasserpreis nicht verändert haben. Diese Sta­bi­li­tät ist ein Kennzeichen unseres Unternehmens und nicht selbstverständlich. Aufsichtsrat, Ge­schäfts­füh­rung und die engagierten Mitarbeiter der Kreiswerke Grevenbroich GmbH stehen für diese erfolgreiche Ar­beit im Interesse unserer Kunden in den ver­gan­gen­en Jahren. Eine solche besondere Preispolitik hat auch in der Zukunft Bestand.“ Die letzte Aussage ist ja wohl ein Versprechen, dass die Preise auch in naher Zu­kunft nicht steigen werden. Ob das auch für Dor­ma­gen gilt, ist offen, denn ab dem 1. Januar 2017 über­nimmt die evd (Energieversorgung Dormagen GmbH) hier die Trinkwasserversorgung.
Nicht gestellt werden konnte zum Beispiel die Frage, ob die Beteiligung der Kreiswerke Grevenbroich an der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Was­ser­for­schung gemeinnützige GmbH, die gleichzeitig mit dem Gesundheitsamt der Rhein-Kreises Neuss die Wasserqualität überprüft, nicht zu In­ter­es­sen­konflik­ten führen kann. Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH gehört der Verwaltungsgesellschaft des Rhein-Krei­ses Neuss, die eine 100-Prozent-Tochter des Rhein-Krei­ses Neuss ist, zu dem ebenfalls das Ge­sund­heits­amt gehört. Wer kennt nicht den Spruch: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Woanders nennt man das Vetternwirtschaft.
Auch nicht gefragt werden konnte, was man mit der um 1,7 Millionen Euro auf jetzt 21,3 Millionen Euro erhöhten Rücklage (Eigenkapitalquote 71 Prozent) ge­plant ist. Seit Jahren verweigert man Antworten, denn: „Neben den allgemeinen Risiken in der Was­ser­ver­sor­gung (z.B. Wasserverunreinigungen, Rohr­brü­che) bestehen keine nennenswerten un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Risiken“, steht im Geschäftsbericht.
Interessant wäre auch die Frage, warum Ge­schäfts­führer Stelten im Jahr 2015 eine (kleine) Ge­halts­er­hö­hung (im Jahr 2014 waren es satte 8,5 Prozent) be­kom­men hat, das Gehalt des weiteren Ge­schäfts­füh­rers Ingolf Graul, der gleichzeitig Kämmerer des Rhein-Kreises Neuss ist, mit 4.696,80 Euro im Jahr unverändert geblieben ist. Hat diese Regelung Leis­tungs­be­zug?
Die Kreiswerke Grevenbroich haben im Jahr 2015 Mit­ar­bei­terdarlehen in Höhe von 68.000 Euro (Vor­jahr 64.000 Euro) ausgegeben. Wie hoch ist der Zinssatz? Sind die Darlehnsnehmer in Lei­tungs­funk­tionen?
Die Beteiligung der Öffentlichen Hand an pri­vat­wirt­schaft­lich organisierten Unternehmen mag sinnvoll sein. Oft wird sie missbraucht, um Schat­ten­haus­hal­te zu verschleiern, um „verdiente“ Mitarbeiter oder Freun­de (Geschäftsführer Stelten war früher So­zial­de­zer­nent im Rhein-Kreis Neuss) zu versorgen oder abzuschieben und um sich hinter dem gesetzlichen Schutz einer GmbH um Auskunftspflichten he­rum­zu­drücken.
Wie wir wissen, sind lange nicht alle GmbH-­Ge­schäfts­führer „Gutmenschen“. Deshalb sollte ihnen im Detail auf die Finger geschaut werden. Skandale gibt es zu Hauf. „Schmierfinken“ können halt ziemlich unangenehm sein und den „guten Ruf“ be­schmut­zen.



Abschied von Kai Uffelmann

Dormagen, 29. Mai 2015 – Die Goldene Mün­ze der Stadt Dormagen gab’s zum Abschied für den ausscheidenden Ersten Bei­ge­ord­ne­ten Kai Uf­felmann (Foto). Ab dem kom­men­den Montag sitzt er auf sei­nem neuen Sessel als Kreisrat in Winsen an der Luhe (bei Ham­burg).



Die Belle Étage in dritten Stockwerk des Rathauses war nicht wiederzuerkennen. Wo sonst büro­kra­ti­sche, nüchterne und geschäftige Sachlichkeit herrscht, war ein meterlanges Buffet mit Fingerfood und einer leckeren heißen Suppe aufgebaut. Kölsch, Sekt und Antialkoholisches wurde gereicht. Im ehe­ma­ligen Ratssaal sammelte sich die Crème de la Crème aus Dormagen und Umgebung dicht an dicht. Die Na­mensliste der Prominenten würde hier den Rah­men sprengen. Alle waren gekommen, um sich persönlich zu verabschieden von einem gebürtigen Frankfurter mit mün­sterländer Ambitionen, der sich nach einer vier­jäh­rigen Zwischenstation in Dor­ma­gen anschickt, den hohen Norden zu erobern.
Dort will er künftig Wurzeln schlagen, seine Karriere fortführen. Die Weichen für ein Eigenheim für sich und seine Familie sind schon gestellt, in gut er­reich­barer Fahr­rad­nähe (trotz Dienstwagen) zur Kreis­ver­waltung, seinem neu­en Dienstsitz. Das war ein Ab­schied mit vielen la­chen­den Augen, zwischendurch auch mal einem ern­sten, fast traurigen Ge­sichts­aus­druck des zu Ver­ab­schiedeten und einer launigen, freundschaftlich ge­präg­ten Rede von Bürgermeister Erik Lie­ren­feld, der ihm neben der wertvollen Ge­denk­mün­ze als Andenken an sein Schaffen in Dor­ma­gen einem Südwester (wasserdichte Kopfbedeckung für See­fah­rer, wird meist aus Öltuch hergestellt) gegen er­wart­bare stürmische Zeiten nahe der Meere und an der Elbe überreichte.

Das Personalkarussell
im Rathaus dreht sich

Dormagen, 9. April 2015 – Bürgermeister Erik Lierenfeld muss handeln. Der Weggang des Ers­ten Beigeordneten und Kämmerers Kai Uf­felmann per 31. Mai zum Landkreis Har­burg (bei Hamburg) löst in der Stadt­ver­waltung eine gan­ze Rei­he von Veränderungen aus. Erik Lie­ren­feld will entgegen früherer SPD­-Meinung die Chance nutzen, die Ver­wal­tungs­spitze auf nur noch drei Personen zu ver­kleinern – Bür­ger­meister und zwei Bei­ge­ordnete als Wahl­be­amte. Damit fielen län­ger­fristig die von Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoff­mann als „Not­lö­sung“ eingeführten De­zer­nen­ten­stellen weg – eine Einsparung von rund 120.000 Euro an Personalkosten im Jahr und gleichzeitig Weg­fall einer Hierarchieebene.
Da es bis zur Wahl eines Nachfolgers von Kai Uf­fel­mann durchaus Jahresende sein könnte, muss der Ge­schäftsverteilungsplan geändert werden, damit der „Laden“ weiterlaufen kann. Erste Nutznießerin ist die jetzige Dezernentin Tanja Gaspers. Sie über­nimmt ab 1. Juni die Kämmerei als Dezernentin und wird damit verantwortlich für den kommenden Haus­haltsplan. Vorgesehen ist, sie später auch zur Bei­ge­ord­neten und Kämmerin aufzuwerten. Ab­wan­de­rungs­gelüste habe sie, so der Bürgermeister, dann wohl nicht mehr. Denn ihr Karriereziel, Wahlbeamtin zu werden, sei ja erst einmal erfüllt.
Auch Dezernent Gerd Trzeszkowski wird al­ters­be­dingt spätestens am 30. April 2017 ausscheiden. Das sei jetzt schon abzusehen. Bis dahin soll er ab 1. Juni zum weiteren allgemeinen Vertreter des Bür­ger­meis­ters ernannt werden, um mindestens drei hand­lungs­fähige Personen in der Verwaltungsspitze zu haben.
Die Lücke in der obersten Verwaltungsebene soll ein neuer Erster Beigeordneter auffüllen. Der Rat soll in seiner Sitzung am 21. April die Aus­schrei­bungs­un­terlagen beschließen. Gesucht wird idealerweise ein Volljurist, der nach den jetzigen Plänen die Be­rei­che Sicherheit und Ordnung, Feuerwehr und Ret­tungs­dienst, Bildung und Kultur, Jugend, Soziales, Woh­nen und Schule und die Aufsicht über den Dor­magener Sozialdienst übernehmen und als all­ge­meiner Ver­tre­ter des Bürgermeisters fungieren soll.
Ausdrücklich erwünscht seien auch Bewerbungen von Frauen. Es bestünde also die theoretische Chan­ce, dass die künftige Verwaltungsspitze zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt ist. Damit wäre die von oben verordnete Frauenquote deutlich übererfüllt. Für Erik Lierenfeld als dann möglicher „Hahn im Korb“ viel­leicht eine verlockende Vorstellung.
Dem Vernehmen nach ist allerdings parteiintern schon alles klar: In Köln steht wohl schon ein Wunsch­kandidat der SPD in den Startlöchern. Ent­scheiden über die Besetzung der Stelle wird al­ler­dings der Rat. Die Vorauswahl trifft eine Fin­dungs­kom­mission aus Vertretern aller Ratsparteien.
Die Stellenausschreibung soll kostengünstig gestaltet werden. Eine Unternehmensberatung (mit Kosten von rund 50.000 Euro) soll nicht eingeschaltet wer­den. Einzig Anzeigen in der FAZ und in einschlägigen Internetportalen und auf der Homepage der Stadt Dormagen sollen die Kosten auf rund 9.000 Euro be­grenzen.

Lierenfeld BM-Kandidat der SPD

Dormagen, 18. Januar 2014 – Nun hat sich auch die SPD entschieden. Ratsherr Erik Lie­renfeld soll demnächst von der Mit­glie­der­ver­sammlung zum Bürgermeisterkandidaten der Sozialdemokraten in Dormagen nominiert werden, teilte die SPD gestern mit.
Der Politik-Youngster Lierenfeld (27 Jahre alt) be­kleidet derzeit nebenbei hier das Amt eines stell­ver­tretenden (ehrenamtlichen) Bürgermeisters und ist gleichzeitig Stadtverbandsvorsitzender seiner Partei. Er tritt gegen den starken CDU-Kandidaten und jet­zi­gen hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Dor­ma­gen, Peter-Olaf Hoffmann und den Zentrums-Kan­di­da­ten Hans-Joachim Woitzik am 25. Mai zur Wahl um den Posten des zukünftigen Ver­wal­tungs­chefs im Rathaus an.

Förderverein spendet Musikinstrumente

Dormagen, 12. Mai 2013 - Auch in diesem Jahr schenkt der Förderverein der städ­ti­schen Musikschule Musikinstrumente im Wert von fast 3.700 Euro. Das teilte der Vor­sit­zende des Fördervereins der Musikschule, Wolfgang Horst, in der letzten Vorstands­sit­zung mit. Und das solle auch in den kom­menden Jahren so bleiben.
So kann sich Bärbel Hölzing, Leiterin der Musik­schule, darüber freuen, dass auf ihren Vor­schlag hin der Förderverein Instrumente im Wert von 1.800 Euro für das laufende Jahr bewilligt hat.
Mit einem Zuschuß wird man auch die seit 50 Jahren bestehende Städtepartnerschaft Dormagen - St. An­dré unterstützen. Es sei ein Auftritt des Mu­sik­schul­orchesters mit etwa 40 Jugendlichen in der Part­ner­stadt fest eingeplant.
Positiv wurde die Teilnahme am „Kulturrucksack“ der beiden Städte Dormagen und Monheim begrüßt. Hier bereichert die Mu­sik­schule mit zahlreichen Dar­bie­tungen das Kul­tur­pro­gramm beider Städte.
Am 7. Juli steht das traditionelle Musikschulfest an der Langemarckstraße auf dem Programm. Erst­ma­lig wird eine Hüpfburg neben anderen Attraktivitäten das Rahmenprogramm erweitern, konnte Kristin Schulz, stellvertretende Vorsitzende, stolz ver­mel­den. Er­war­tet werden auch wieder zahlreiche Auf­tritte von En­sem­bles und Gruppen der Musik­schule Dormagen. Es wird eine Leistungsschau der Musiker der städtischen Kultureinrichtung werden. Alle Bür­gerinnen und Bür­ger sind herzlich eingeladen.

Dipl. Ing. Klemens Diekmann
wird neuer evd-Geschäftsführer

Dormagen, 13. Januar 2013 – Der zukünftige Chef in der evd (Energieversorgung Dor­ma­gen GmbH) hat jetzt auch ein Gesicht: Der Aufsichtsrat des örtlichen Energie- und Was­serversorgers hat sich in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten für Dipl. Ing. Klemens Diekmann (49, Foto rechts) entschieden.
Der Vertrag sei bereits unterschrieben, verkündete Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann heute beim Neujahrsempfang der Stadt im Leibniz-Gynasium vor mehreren hundert geladenen Gästen.
Klemens Diekmann war seit 2009 Geschäftsführer bei den Stadtwerken in Haltern am See (nördliches Ruhrgebiet). Er löst den nach 28 Jahren auf eigenen Wunsch vor dem eigentlichen Vertragsende aus dem Amt scheidenden jetzigen Geschäftsführer Rudolf Esser spätestens zum 30. Juni des Jahres ab. Wann Klemens Diekmann genau nach Dormagen kommt, entscheidet sein bisheriger Brötchengeber mit der entsprechenden Freigabe. Diekmann möch­te auf jeden Fall vorher die Gelegenheit nutzen, sich hier einzuarbeiten. Da die Stadt Dormagen die Mehrheit (51 Prozent) an dem örtlichen Versorger hält, freut sich (nicht nur) Kämmerer Kai Uffelmann (Foto links) auf frischen Wind in der städtischen Toch­ter­ge­sell­schaft.

BI BAD sammelt 6.631 Unterschriften

Dormagen, 18. Oktober 2012 – Die BI BAD hat heute vier Aktenordner mit insgesamt 6.631 Unterschriften zu ihrem Bür­ger­begehren an Bürgermeister Peter-Olaf Hoff­mann über­ge­ben. Nun muss der Stadtrat am 6. November über das Anliegen von Elke Zaum, Kerstin Born (Foto v.l.) und ihren Mitstreitern aus Nievenheim entscheiden, ob das dortige Hallenbad erhalten bleibt und in einen ak­zeptablen Zustand versetzt werden soll.
Lehnt der Rat das Bürgerbegehren in seiner näch­sten Sitzung am 6. November ab – wie schon am 1. Oktober den Antrag zur Römer Therme – findet ein Bürgerentscheid innerhalb einer Drei-Monats-Frist bis spätestens 6. Februar 2013 in Dormagen statt. Das wäre dann der zweite in der Stadt­ge­schichte. Kerstin Born: „Wir wollten keinen Bür­gerentscheid in der Weihnachtszeit. Deshalb ge­ben wir die Unterschriften auch erst heute ab.“
„Die Verwaltung wird die Unterschriften bis zur Rats­sitzung geprüft haben. Dann entscheiden die Politiker, wie es weitergeht.“ erläutert Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoffmann die kommenden Schrit­te.
Die BI BAD hatte bereits in den ersten Tagen ihrer Aktion in Nievenheim und der näheren Umgebung mehr als 3.000 Unterschriften gesammelt. „Da aber ganz Dormagen entscheiden sollte, haben wir da­nach auch alle anderen Stadtteile besucht und bei der Bürgern nachgefragt.“ verrät Kerstin Born über das Zustandekommen der Listen. Allein rund um das Einkaufszentrum an der Mathias-Giesen-Straße sind an nur zwei Aktionstagen der Bürgerinitiative mehr als 1.500 Unterschriften von Befürwortern zusammen gekommen. Im Gegensatz zum Bür­ger­antrag zur Römer Therme steht kein mit­glieder- und fi­nanz­star­ker Verein mit wirt­schaft­lichen Interessen hinter den Aktivisten aus Nie­venheim. Alle Aktionen der BI BAD werden aus Privatschatullen bezahlt. Dabei wurden sie sogar von Bürgern aus dem Neusser Süden personell unterstützt.



Vandalen beschädigten mindestens neun Pkw

Dormagen 31. März 2013 - In der Nacht zum Oster­sonntag wüteten Vandalen in Nie­ven­heim. Sie beschädigten mutwillig zahl­rei­che Pkw. Die Spur der Schäden zieht sich von der Straße „Am Norfbach“ über die Straße „Auf der Hardt“ bis zur Koniferen- und zur Pla­ta­nen­straße.
Mutwillig wurden Spiegel abgetreten und andere Schäden verursacht. In vielen Fällen deutet die Spu­renlage darauf hin, dass die Täter über die Fahrzeuge gelaufen sind und dadurch erhebliche Schäden ver­ur­sacht haben. Bisher wurden der Po­li­zei neun Fälle bekannt.
Ersten Ermittlungen zufolge dürfte es sich bei den Tätern um drei Jugendliche handeln, die in der Nacht gegen 03:30 Uhr im Bereich „Am Norfbach“ und „An der Birk“ beobachtet wurden. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, sollte sich mit der Polizei im Rhein-Kreis-Neuss, Telefon 02131 3000 in Ver­bindung setzen.

Falscher Wasserwerker unterwegs

Dormagen, 23. Juli 2012 - Ein unbekannter Mann klingelte vergangenen Samstag vor­mit­tags an der Wohnungstür einer Seniorin auf der Langemarkstraße und gab sich als Mit­ar­beiter der „Wasserwerke NRW“ aus. Er zückte kurz einen Ausweis, vermittelte einen se­ri­ösen Eindruck und verschaffte sich so Zugang zur Wohnung der älteren Frau.
In einem unbeobachteten Moment durchsuchte der Unbekannte das Schlafzimmer nach Wertsachen und ließ eine Schmuckschatulle mitgehen. Nachdem er das Haus verlassen hatte, wurde die Seniorin misstrauisch und stellte fest, dass sie einem drei­sten Trickdieb aufgesessen war. Die eingeleitete Fahndung der Polizei blieb bislang erfolglos. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Täter wird wie folgt beschrieben: Circa 40 Jahre alt, schlanke Figur, bekleidet mit Jeans, T-Shirt, schwarz-weißen Turnschuhen und Base­ball­cap. Er sprach hochdeutsch und hatte ein gepflegtes Er­scheinungsbild.
Hinweise zur verdächtigen Person oder möglichen anderen Opfern des Trickdiebes unter der Te­le­fon­nummer 02131 3000 an die Polizei.


Beim Neujahrsempfang der Stadt blickt der Bür­ger­meis­ter frohen Mutes in die Zukunft:

Neues Jahr

– neues Spiel

– neues Glück!

Dormagen, 08. Januar 2017 – Ein Selfie mit dem Bür­ger­meis­ter (Foto) beim Neujahrsempfang der Stadt wird den "Jung­schau­spie­lern" Emil Kranz und Lina Bernes wohl lange im Gedächtnis bleiben. Die beiden Kinder hat­ten beim Image-Film der Stadt mitgespielt. Der Vier-­Minuten-Streifen feierte Premiere beim Em­pfang der Stadt und soll auf Messen und bei der Wirt­schafts­för­de­rung für die Stadt werben.

Das waren aber nicht die einzigen Neuigkeiten, die Bür­ger­meis­ter Erik Lierenfeld bei seinem launigen Ausblick auf das gerade be­gon­ne­ne Jahr im Petto hatte. Wichtigster Punkt, gut versteckt in der Mitte der mehr als einstündigen Rede vor der geladenen Lo­kal-Prominenz im Zelt neben der Schützenhalle, war wohl sein Rückblick auf das Haushaltsjahr 2016: „2015 ha­ben wir ein De­fi­zit von 5,4 Millionen Euro geplant, raus­ge­kommen ist ein De­fi­zit von ca. 4,2 Millionen Euro. Und statt dem für 2016 geplanten 600.000-Euro-Überschuss werden wir es nach einer aktuellen Prognose schaffen, das Jahr 2016 min­des­tens mit einem Über­schuss von vier Millionen Euro ab­zu­schlie­ßen. Ich glaube, die Arbeit des Ver­waltungsvorstandes kann sich hier sehen lassen.“ Hoffentlich geht das so weiter.

Natürlich verwies Erik Lierenfeld auf zahlreich anstehende Ver­eins-Jübiläen in der Stadt. Hervorzuheben ist das 150 jährige Be­ste­hen des Bürgerschützenvereins (BSV). Aber auch in Straberg können die Schützen auf 150 Jahre Gottestracht zurückblicken. Vom 19. bis 21. Mai wird das Fest mit der um einen Tag ver­län­gerten Frühkirmes gefeiert.

Seit 1917, also auch schon 100 Jahre, besteht der Chempark, der den Bevölkerungsaufschwung und Wirtschaftskraft hier­her ge­bracht hat, der aus der Gemeinde Dormagen die Stadt gemacht hat.

Deshalb könne man sich auch Großprojekte leisten, wie zum Bei­spiel das neue Hallenbad an der Robert-Koch-Straße, das in der zweiten Jahreshälfte eingeweiht werden soll. Insgesamt in­ves­tiert die Stadt in diesem Jahr über 33 Millionen Euro in die In­fra­struk­tur. So steht es zumindest im Haushalt.

Stolz ist der Bürgermeister, dass Dormagen nun endlich An­schluss an die Datenautobahn gefunden hat. Die Glas­fa­ser­ver­ka­be­lung hat mit Hilfe der städtischen Tochter evd (Ener­gie­versorgung Dormagen) bereits nahezu alle Stadtteile er­reicht und wird 2018 abgeschlossen sein. Gut für die Men­schen, gut für die Wirtschaft, gut für den Standort Dormagen.

Die „Lokale Allianz“ will als Gemeinschaftsaktion in allen Stadt­tei­len Firmen und Bürger zusammenbringen, die sich dann ge­mein­sam für Ortsverschönerungen einsetzen werden, um Dor­ma­gen noch liebenswerter zu machen. Auch die Bür­ger­stif­tung ist dabei. Sogar die Stadtverwaltung beteiligt sich. Die Mit­ar­bei­ter werden – mit Zustimmung des Personalrates – für einen Tag freigestellt, um mitmachen zu können. Den „Social Day“ kann jeder Mitarbeiter individuell nutzen. Die Ver­wal­tungs­ar­beit wer­de darunter nicht leiden, da immer nur ein­zel­ne Mitarbeiter dafür freigestellt wer­den, beruhigte der Bür­ger­meis­ter.

Mit einem Prosit auf Bürger und Stadt schloss Erik Lierenfeld: „Wir können es in Dormagen mit Zuversicht angehen und jetzt Ka­len­der raus und Bleistift gezückt: Der nächste Termin für den Neu­jahrs­empfang wird übrigens der 14. Januar 2018 sein - damit dürften wir die Ersten sein die das Datum fest­le­gen. Denn da wo Dormagen ist - ist vorn.“

Die SVGD legt die Zahlen für 2015 vor:

„Erfolgreich gearbeitet“

Dormagen, 02. Januar 2017 – Aus der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen ist seit gestern die Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen ge­wor­den. Das Kürzel SVGD bleibt bestehen. Das Logo auch (Foto mit Geschäftsführer Klaus Schmitz, li. und Bür­ger­meis­ter und SVGD-Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Erik Lie­ren­feld). Das teilte der Bürgermeister heute anlässlich der Vor­stellung des genehmigten Er­geb­nis­ses für das Jahr 2015 der „alten“ SVGD mit.

Die neue Stadtmarketing- und Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft Dormagen (SWD) mit Geschäftsführer Michael Bison an der Spitze (Dormagen-News berichtete) hat den Ge­schäfts­be­trieb offiziell zum 1. Januar aufgenommen. Die Geschäftsstelle dieser neuen Tochterfirma des Konzerns Stadt Dormagen wird ab Februar in der Nähe des Rathauses „Unter den Hecken 70“ in den ehe­ma­ligen Räumen der Pronova BKK sein. „Der Miet­ver­trag wurde ge­ra­de unterzeichnet“, bestätigte Erik Lie­ren­feld.

Für das Geschäftsjahr 2015 legte die „alte“ SVGD heute das ge­neh­migte Ergebnis vor. Zusammen mit Bürgermeister und Auf­sichts­rats­vorsitzendem Erik Lierenfeld erläuterte Klaus Schmitz die Zahlen. Eine Premiere für ihn. Sein Mit­ge­schäftsführer Ulrich Pfis­ter hatte sich zum Ende des ver­gan­gen­en Jahres in den Ru­he­stand verabschiedet.

Unter dem Strich endete das Jahr 2015 um ganze 550.600 Euro besser (24 Prozent), als im entsprechenden Wirt­schafts­plan vor­ge­se­hen. Der Zuschuss aus der Stadtkasse fiel also ent­spre­chend geringer aus. Da die Kämmerin diese Zahlen schon kannte, sind sie auch entsprechend bereits im Haus­halt der Stadt eingepreist.

Die „alte“ SVGD hatte sieben Geschäftsbereiche: Immobilien, Par­ken, Bäder, Stadtmarketing und Tourismus, den Tannen­busch, den StadtBus und die Finanzanlagen zum Beispiel mit der 51-Prozent Beteiligung an der evd (Energieversorgung Dor­ma­gen).

Der Abriss des Bürgerhauses in Zons und die auf diese Im­mo­bile zu korrigierenden Abschreibungen fielen um 237.100 Eu­ro auf ins­ge­samt 590.600 Euro geringer aus, als prog­nos­ti­ziert. Ebenfalls erfreulich: die Entwicklung im Bereich Parken. Hier wurden 65.000 Euro mehr eingenommen, als geplant.

Auch die Bäder in Nievenheim und Stadtmitte machten mit 977.400 Euro fast 120.000 Euro weniger Verlust, als vor­her­ge­sehen. Mehr Besucher und weniger Reparaturen.

Stadtmarketing und Tourismus vermeldeten eine Punkt­lan­dung zu den geplanten Zahlen. Lediglich 1.100 Euro blieb das Er­geb­nis unter dem geplanten Zuschussbedarf von fast 150.000 Euro.

Die Aufräumungsarbeiten im Tannenbusch, ausgelöst durch den Sturm Ela zu Pfingsten 2014, machten die Abrechnung die­ses Ge­schäfts­be­reichs gegenüber dem Wirtschaftsplan zum deutlichen Zuschussgeschäft. Allein dorthin flossen 455.400 Euro, 57.000 Eu­ro mehr als eingeplant.

Der StadtBus konnte im Abrechnungsjahr mehr Fahrgäste be­för­dern und so das Ergebnis um 339.200 Euro gegenüber den Pla­nun­gen verbessern. Geschäftsführer Klaus Schmitz: „Wir hatten rund vier Millionen Fahrgäste im StadtBus. Das zeigt, wie gut er von den Bürgern angenommen wird.“

Bei den Finanzanlagen enttäuschen die Zahlen der evd. Statt der eingeplanten 2.064.800 Euro flossen nur 1.914.100 Euro an Ein­nahmen in das Er­geb­nis ein. Ein wunder Punkt, denn die evd ist der Geschäftsbereich, der wirklich Geld in die Kas­se spült. Alle anderen Bereiche sind auch planmäßig Zu­schuss­ge­schäf­te.

Trotzdem ist Bürgermeister Erik Lierenfeld als Vorsitzender des SVGD-Aufsichtsrates sehr zufrieden und lobte: „Der Wirt­schafts­plan wurde übererfüllt. Bei der SVGD wurde er­folg­reich ge­ar­bei­tet.“

Der Terroranschlag von Berlin überschattet die letzte Ratssitzung 2016:

Lob und Tadel für die Verwaltung

Dormagen, 20. Dezember 2016 – Klar, dass Bür­ger­meis­ter Erik Lierenfeld nicht an den jüngsten Er­eig­nis­sen von Berlin vorbeigehen konnte: „Es war ein Ter­ror­an­schlag! Wir sind betroffen. Wir sind getroffen. Uns feh­len die Worte …“ Die darauf im Rat folgende Schwei­ge­mi­nu­te für die Opfer des Anschlages an der Ge­dächt­nis­kir­che soll gleich morgen (Mittwoch) um 18 Uhr auf dem Dor­ma­ge­ner Weihnachtsmarkt unter Gloc­kengeläut von St. Mi­chael in aller Öffentlichkeit wiederholt werden. Alle Bürger sind eingeladen, dabei zu sein.

Neuer Mann in der politischen Führungsriege als 2. stell­ver­tretender Bürgermeister ist Michael Dries. Das SPD-Rats­mit­glied folgt auf Andreas Behncke (SPD), der aus dem Amt aus­scheidet, um mehr Zeit für die politische Arbeit in der Fraktion zu haben. Er ist dort jetzt stell­ver­tretender Vor­sit­zen­der. Bür­germeister Lie­ren­feld begrüßte seinen Stellvertreter mit ei­nem Blumenstrauß (Foto).

Dann war aber auch noch das Tagesgeschäft. Der Haushalt 2017 war weitestgehend im Hauptausschuss am 25. No­vem­ber vor­be­ra­ten. Große Diskussionen gab es also nicht mehr, wohl aber die Haushaltsreden der Fraktionen. Dort legt der Frak­tions­vor­sit­zen­de jeder politischen Vereinigung tra­di­tio­nell dar, warum sie für oder gegen den (überarbeiteten) Entwurf der Verwaltung stim­men wird.

Bei den Fraktionen der großen Koalition, CDU und SPD, hörte man Loblieder auf das zukünftige Zahlenwerk. „Die Wahrung der Finanzhoheit gegenüber der Aufsichtsbehörde des Rhein-Kreises Neuss“ war für Kai Weber von der CDU besonders wichtig. Und er wünschte sich, dass die neue Wirt­schafts­för­derungsgesellschaft mit Geschäftsführer Michael Bison einen guten Start und eine glückliche Hand habe und zur Steigerung der Steuereinnahmen führe. Für die Jahre 2019 und 2020 wer­de sogar ein Dop­pel­haus­halt anvisiert, weil die Rah­men­be­dingen im Moment optimal seien.

Angesichts des Überschusses von rund 500.000 Euro sehe die SPD gelassen in die Zukunft. Man müsse aber „erheblich umsteuern“, so Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt, weil die bisherigen Demografie-Vorhersagen allesamt falsch war­en. Dormagen wird gegen die Prognosen wachsen. Es fehlen also Wohnungen und Kita-Plätze. Und es gibt mehr Schüler als geplant. „Das hat viel damit zu tun, dass wir als Stadt vieles richtig gemacht haben.“ Dazu gehörten auch die „weichen Faktoren“ Kultur und Bildung. Zum Beispiel die Musikschule, die jetzt bei der Stadt bleibt. Trotzdem müsse auch hier der Zuschussbedarf gesenkt werden. Die Anpassung der Ge­büh­ren nach zehn Jahren sei ein erster Schritt in diese Richtung.

Kein gutes Haar am Haushalt 2017 ließ das Zentrum. Er sei ohne Strategie und Ideen. „Wo sind die Vorschläge zur Aus­ga­ben­re­duzierung?“ fragte Hans Joachim Woitzik. Der Haus­halts­aus­gleich sei nur durch den Verkauf von Grundstücken für 12 Millionen Euro entstanden. Ein „Einmaleffekt“, der nicht wiederholbar sei. Außerdem rechne die Verwaltung mit Zu­wei­sungen nach dem Ge­mein­de­finanzierungsgesetz, von de­nen niemand wisse, ob sie in Dormagen überhaupt ankämen. Der um 860.000 Euro verringerte Ansatz für die Kreisumlage sei rein spekulativ. Das seien er­heb­li­che Risiken für den städ­ti­schen Haushalt, die sofort wieder in die Haushaltssicherung führen könnten.

„Aus Sicht der FDP Dormagen handelt es sich um einen Schulden- und Verlusthaushalt, der die Bürger weiter stark be­las­ten wird“, bemängelte Karlheinz Meyer von der FDP. „Mögliche Ein­spar­po­tenziale durch interkommunale Zu­sam­men­arbeit werden aus ideologischen Gründen verhindert.“ Die FDP macht das an der Mu­sik­schule fest, die ihrer Meinung nach durch eine Zu­sam­men­füh­rung mit der Kreismusikschule zu Einsparungen führe. Man rechne so lange, bis das ge­wünschte Ergebnis herauskomme. Es fehlten Ziele wie Ener­gie­einsparung, Klimaschutz und Senkung von Betriebskosten. Die Verwaltungsführung sei hoffnungslos über­for­dert, wenn man sich die Investitionsmaßnahmen der Stadt und ihrer Ge­sell­schaften ansehe. Das gelte besonders für den nach Meinung der FDP gewaltigen Investitionsstau.

Die anschließende Abstimmung war dann keine Über­ra­schung mehr: Mit der Stimmenmehrheit von CDU und SPD wird der Haus­halt 2017 verabschiedet. Die anderen Frak­tio­nen lehnen den Entwurf von Kämmerin Tanja Gaspers ab.

Nach einem medizinischen Notfall beim Erbentag im Juli:

Ein Defibrillator für die Feuerwache Zons

© Foto: Deichverband Dormagen/Zons

Dormagen, 15. Dezember 2016 – Die Sitzung des Er­ben­ta­ges am 25. Juli war für alle Anwesenden ein Alb­traum. Mitten in den Beratungen erlitt ein Besucher einen Herz­in­farkt, sackte bewusstlos vom Stuhl. Keiner konnte dem Mann in seiner Notlage wirklich helfen, ob­wohl so­fort eingegriffen wurde. Und das in einer Feu­er­wa­che. Noch nicht einmal ein Defibrillator war zur Hand. (Dieses medizinische Gerät soll mit Strom­stößen den Herzschlag wieder in Gang bringen.) Des­halb bemühten sich die Hel­fer verzweifelt, dem Mann mit Herzmassagen, Beatmung und kalten Tüchern das Leben zu erhalten, bis der Not­arzt kam und pro­fes­sio­nell eingriff. Der Mann verstarb trotzdem wenig später im Krankenhaus.

Der Schock saß tief. Die Sitzung wurde damals abgebrochen. Nicht ohne den festen Willen, dass sich so etwas nie wie­der­holen solle. Bei der nächsten Gelegenheit beschloss der Er­ben­tag, das Deichamt solle ein entsprechendes Gerät für den Löschzug Zons der Freiwilligen Feuerwehr Dormagen an­schaf­fen. Die Stiftung solle im Feuerwehr-Gerätehaus an der Deichstraße vorgehalten werden. Auch damit künftig Men­schen in Notfällen, insbesondere bei Hochwassereinsätzen, Übungen zum Hochwasserschutz und ehrenamtlichen Tä­tig­kei­ten zugunsten des Deichverbandes schnell geholfen wer­den könne.

Jetzt war es so weit. Axel Hesseln, Löschzugführer bei der Frei­wil­ligen Feuerwehr in Zons (Foto: 3. v.li.) übernahm den De­fi­bril­lator (Preis ca. 2.000 Euro) von Deichgräf Reinhard Hau­schild (2.v.li), seinem Stellvertreter Franz Josef Bauers (li.) und dem Ge­schäfts­füh­rer des Deichverbandes Dormagen/Zons Wil­fried Schellen (re.) Das Gerät wird griffbereit in der Zonser Feuerwache aufbewahrt.

Das Leben muss weiter gehen. Nach dem vorzeitigen Ende der Er­ben­tagssitzung vom 5. Dezember waren noch einige Punk­te in der letzten Zusammenkunft des Jahres ab­zu­ar­bei­ten: So be­rich­te­te Deichgräf Reinhard Hauschild, dass das für das dritte Quartal 2017 anvisierte Planfeststellungsverfahren für die große Deich­sa­nie­rung bei der Bezirksregierung Düs­sel­dorf nicht, wie vermutet, mit der Einreichung der Un­ter­lagen beginne, sondern erst nach einer Vorprüfung der Pa­pie­re auf Vollständigkeit und Schlüs­sig­keit. Diese Prüfung dauere bis zu zweieinhalb Monate und kön­ne, bei eklatanten Mängeln, sogar das vorläufige Aus bedeuten. Man wolle sich deshalb bemühen, einen möglichst frühen Termin für die Über­gabe des Antrages zu finden. Die Planer der ARGE je­den­falls haben schon zugesagt, dass alle ihre Unterlagen am 1. Juli 2017 vollständig vorliegen werden. Auszuräumen seien noch Widersprüchlichkeiten beim Regierungspräsidenten hin­sicht­lich des Neigungswinkels der Deichflanken und was ge­nau mit dem Kopf des Leitdeiches im Grind werden soll.

Seit Angang des Jahres wird der Deich in einem Feldversuch von Schafen beweidet. Das sollte dem Deichamt die auf­wen­di­ge Mahd der umfangreichen Grünflächen ersparen oder zu­min­dest er­leich­tern. Der Schäfer hatte konkrete Vorgaben, die Vierbeiner jedoch spielten nicht mit. Grünpflanzen, die sie nicht mögen, ließen sie einfach stehen. Gleiches gilt für die Randflächen. Es musste mas­siv nachgearbeitet werden. Das stellte den Deichverband nur begrenzt zufrieden (siehe auch den Bericht vom 27. September 2016). Jetzt hat das Deichamt die Reißleine gezogen. Mit einem geänderten Konzept wird der Schäferei ein weiteres Probejahr eingeräumt, denn grund­sätz­lich sei die Schafsbeweidung der Flächen der öko­lo­gisch sinnvollste Weg. Zusätzlich bekommt ein ortsansässiger Gartenbaubetrieb für 2017 den Auftrag, zeitnah die von den Schafen beweideten und alle übrigen Flächen mit ge­eig­ne­ten, nicht zu schweren Maschinen nachzuarbeiten, das Schnitt­gut abzufahren und zu entsorgen. Nach einem ersten An­ge­bot kostet das 18.000 Euro. Den Auftrag hat der Erbentag in nicht-öffentlicher Sitzung vergeben.

Können im Bereich Stürzelberg die vorhandenen Glas­ele­mente wie­der­ver­wertet werden? Sind die im Deichamt für die mo­bi­len Hochwasserschutzanlagen lagernden Damm­bal­ken aus Alu­mi­ni­um auch in Zukunft zu gebrauchen? Diese Fra­gen soll ein Gut­achten klären. Reinhard Vogt, der frühere Lei­ter der Hoch­was­ser­schutzzentrale Köln und Ge­schäfts­füh­rer des Hochwasser­Kom­pe­tenzCentrums, soll sich darum kümmern.

Es bleibt viel zu tun. Auf jeden Fall mehr als anfangs gedacht.

Sitzung des Erbentages nach vier Stunden ab­ge­bro­chen – Fortsetzung am kommenden Montag:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Dormagen, 6. Dezember 2016 – Die Vorplanungen für die Deichsanierung am Rhein zwischen der südlichen Stadt­grenze am Bayer-Gelände und im Norden am Stür­zel­ber­ger Hafen sind abgeschlossen. Jetzt geht es ins Detail. Und da steckt bekanntlich der Teufel drin.

Gestern Abend sollte der Erbentag (das „Parlament“ des Deich­ver­bandes) den Weg zum Planfeststellungsverfahren beim Re­gie­rungs­prä­si­den­ten in Düsseldorf ebnen. Im dritten Quartal 2017 will Deichgräf Reihard Hauschild die Anträge stellen, um die Lan­des­mit­tel (bis zu 80 Prozent der Baukosten von rund 60 Millionen Euro) so früh wie möglich sichern zu können.

Jetzt, wo man genauer hinschaut, geht aber einiges nicht so, wie man es beschlossen hatte. Im Abschnitt 1 sollte die Bun­desstraße 9 am Bayer-Gelände höher gelegt werden, um auch bei Hoch­was­ser den Betrieb aufrechterhalten zu können. Straßen-NRW, ver­ant­wort­lich für die B 9, spielte da jedoch nicht mit, machte fi­nan­ziell unerfüllbare Auflagen. Also: Um­planung. Diplom Ingenieur Hen­jörg Hahn von der Planer-Ar­beitsgemeinschaft legte einen neuen Entwurf vor. Mit einem bei Hochwasser zu schließenden Deichtor quer über die Bun­des­straße und einer verstärkten Hoch­was­ser­schutz­mauer ent­lang der „Römerzielei“, die nach neu­es­ten Vorgaben neben dem Hochwasserdruck auch noch eine Aufpralllast von 50 Tonnen aushalten muss, falls da mal ein Lkw reinrauscht, ergänzte Planer Dr. Norbert Brauer. Also wurde der ur­sprüng­li­che Beschluss des Erbentages aufgehoben und ein neuer, überarbeiteter gefasst.

Am Heckhof, im Abschnitt 6, soll die Deichstraße zur Land­seite ver­schwenkt werden, um vor dem Bauerhof Platz für mobile Hoch­wasserschutz-Wände zu schaffen. Aber: Wer eine Straße neu baut, muss sie nach neuesten Regeln auch ent­wässern. Dabei müssen bis zu 30 Liter Starkregen pro Se­kun­de von den rund 1000 Quadratmetern Straßenfläche ab­ge­führt werden können. Die alte Trassenführung hätte Be­stands­schutz gehabt und könn­te ohne Entwässerung weiter genutzt werden. Da ein Anschluss an das städtische Kanalnetz in Stürzelberg aus Kapazitätsgründen nicht möglich sei, wird Gottfried Koch, Vorstand der Technischen Betriebe der Stadt (TBD) zitiert, muss nun der Deichverband für die Klärung und Entwässerung auf eigene Kosten sorgen – falls die Politik nicht noch einen Ausweg findet.

Auch im Stürzelberger Abschnitt 7 zwischen Deichtor Wolf und Dorf­platz ist die beschlossene „Zinnenlösung“ noch nicht in troc­ken­en Tüchern. Erst ein Versuch Ende Januar mit einem vom stell­ver­tretenden Deichgräfen Franz Josef Bauers ge­bau­ten Modell in Originalgröße soll demnächst geklärt werden, auf welche Lösung sich man sich festlegen möchte.

Völlig neu und eigentlich schon vor Beginn der Ge­samt­pla­nung von der Deichsanierung ausgeschlossen war die Zu­kunft des Flü­gel­deichs im Grind. Wie „Kai aus der Kiste“ kommt nun die For­de­rung des Regierungspräsidiums Düs­sel­dorf, den zurzeit unter ei­nem Gebüsch versteckten Kopf des Flügeldeichs zu erneuern und den strömungstechnischen Gegebenheiten in Form eines ge­schwun­gen­en Endes wieder herzurichten. Der Flügeldeich selbst soll dabei erst später ertüchtigt werden.

Das größte Problem allerdings präsentierte Planer Dr. Nor­bert Brauer erst ganz zuletzt: Die Vorplanungen am Stür­zel­ber­ger Hafen (großes Foto) mit dem Container-Verlader UCT stocken. Wie einst vor­ge­schla­gen und vom Erbentag be­schlos­sen, sollte eine neue L-för­mi­ge Hochwasser-Schutz­mauer vor die vor­han­dene gesetzt wer­den. Dem müssten aufwändige Un­ter­su­chun­gen der Ufer­bö­schung im Ha­fen­be­reich vorangehen. Die könnten bis zu zwei Mo­na­te dauern und würden den Betrieb bei UCT blockieren, solange der vom Sturm beschädigte Por­tal­kran 1 nicht wieder Instand gesetzt sei. Das sei aber aus kosten- und ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Gründen zeitlich nicht abzusehen, er­läuterte Deich­gräf Rein­hard Hauschild. Damit stünde der komplette Zeitplan für das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren und damit die Realisierung in den Sternen. Ein Her­aus­lösen des Ha­fen­ge­län­des aus dem Deich­ver­band sei auch nicht möglich. Reinhard Hauschild erhielt vom Erbentag den Auftrag, weiter mit UCT und dem Grund­stücks­ei­gentü­mer zu verhandeln, um die An­ge­le­gen­heit vor­an­zubringen.

Auch deshalb präsentierte Planer Dr. Brauer eine Alternative, die sich schneller umsetzen ließe: Eine senkrechte Beton-Schutzwand auf Beton-Tiefbohrpfählen, die mit Erdankern im rückwärtigen Ge­län­de bis zu 14 Meter tief verankert ist. Keiner kann allerdings ga­ran­tier­en, dass das wirklich hält, weil die Bodenverhältnisse noch nicht abschließend erkundet sind und wie die vorhandene, rund 100 Jahre alte Mauer darauf reagiert. Der Erbentag schien über­rum­pelt, stimmte doch nach kurzer Diskussion bei zwei Ent­hal­tun­gen zu. Irgendwie muss es ja weitergehen.

Ob dann die Hoffnung des Deichverbandes auf 80-Prozent-Fi­nan­zie­rung der gesamten Deichsanierungsmaßnahme über­haupt noch zu realisieren ist, wackelt inzwischen extrem. Die Lan­des­re­gie­rung hat ab 2020 eine Schuldenbremse be­schlos­sen. Alle Pro­jek­te, die dann nicht durchgeplant, festgestellt und finanziert sind, könnten sich massiv verzögern.

Mit Unmut brachte CDU-Stadtrat und Erbentagsmitglied Karl Kress zur Sprache, dass er und andere eine Ungerechtigkeit in den uneinheitlichen Vorgaben der Bezirksregierungen Köln und Düs­sel­dorf sehen. So fordere die Bezirksregierung Köln bei den Schutz­dei­chen ein Freibord (Sicherheitsmaß über der Deichkrone) von 50 Zentimetern und die Bezirksregierung Düsseldorf - bei vergleichbaren Regelprofilen - ein Freibord von 100 Zentimetern.

Warum der RP Düsseldorf andere Maßstäbe und damit teu­re­re Lösungen fordere, als der RP Köln sei plausibel nicht nach­voll­zieh­bar. Deshalb habe er einen Antrag zur Klärung an den Pe­ti­tions­aus­schuss im Landtag gestellt.

Reinhard Vogt, der frühere Leiter der Hoch­was­ser­schutz­zen­trale Köln und Geschäftsführer des Hoch­was­ser­Kom­petenz­Cen­trums, der vor den Erbentagsmitgliedern zuvor die Mög­lich­kei­ten und Grenzen des mobilen Hochwasserschutzes er­läu­tert hatte und als ausgewiesener Fachmann gilt, konnte diese Frage auch nur mit einem Achselzucken beantworten.

Nach vier Stunden Sitzungsdauer vertagte sich der Erbentag auf kommenden Montag. Dann soll die Zusammenkunft mit weiteren Tagesordnungspunkten fortgesetzt werden. Es bleibt spannend.

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Energierverbraucher in Dor­magen könnten kräf­tig sparen, wenn sie sich nur den richtigen Ver­sor­ger aus­suchten. Der ört­liche Anbieter, die evd (Ener­gieversorgung Dor­magen GmbH), eine ge­mein­same Tochter der RheinEnergie Köln und der Stadt Dor­magen, ist da nicht un­be­dingt die erste Wahl. Un­sere lo­ka­len Politiker, die im Auf­sichtsrat des Un­ter­neh­mens sitzen, hö­ren das sicher nicht gerne, denn der Haushalt der Stadt pro­fitiert auch von den Ge­winnen der evd. Ein Wechsel zu einem ande­ren Anbieter ist im In­ter­net ganz einfach und vor allem mit keinem Qua­li­täts­ver­lust verbun­den, wenn man nicht un­be­dingt auf eine örtliche Ge­schäfts­stelle Wert legt. Nach einem neuen Ge­setz muss der Anbie­ter­wech­sel innerhalb von drei Wo­chen voll­zogen sein.

Das Vergleichsportal Veri­vox (www.verivox.de) listet allein für Strom bei einem Ver­brauch von 4000 kW/h im Jahr 295 mögliche Tarife auf, die in Dormagen ge­bucht wer­den können. Beim Grund­ver­sorgungstarif belegt die evd Platz 246, das günstigste Ange­bot des lokalen An­bie­ters steht auf Platz 203. Dabei sind weder Tarife mit Vor­auskasse, Kau­tion oder Bo­nus be­rück­sich­tigt. Es gibt also mindestens 202 Tarife anderer Lie­fe­ran­ten, die zum Teil deutlich preiswer­ter sind. So lassen sich im günstigsten Fall knapp 225 Euro im Jahr sparen.

Bei Gas sieht die Situation ähnlich aus: Bei einem Ver­brauch von 20.000 kW/h im Jahr werden 172 Tarife für Dormagen-Mitte aufgelistet. Der Tarif „evd Erdgas on­line“ steht auf Platz 130, der Tarif „evd Erdgas komplett“ auf Platz 136, der Tarif „evd Erdgas klassik“ sogar auf Platz 161 nahe am teuren Ende. Einsparungen von rund 430 Euro im Jahr sind drin, wenn Sie sich den richtigen Anbieter aussu­chen. Auch hier sind weder Tarife mit Kaution, Voraus­kasse oder Bonus berück­sichtigt. (Alle Angaben mit Stand vom 24. Januar 2015)


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